Zeitung Heute : Wenn die Muse im Cyberspace wandelt

Die Hamburger Kunsthalle hat gestern einen virtuellen Ausstellungsraum eröffnetVON VANESSA LIERTZ

Im Cyberspace kann der Mensch dem Mammon frönen oder sich von einer Muse küssen lassen.Warum also soll es nicht in Zukunft neben Menschen, die mit Öl, Leinwand oder gar Fettklumpen museumswürdige Werke schaffen, auch solche geben, die bedeutende digitale Bilder hervorbringen? Der Hamburger Kunsthalle jedenfalls ist diese Frage einen Versuch wert.So hat sie gestern nicht nur ihren Neubau für Gegenwartskunst eröffnet, sondern auch einen virtuellen Ausstellungort. "Extension" (auf Deutsch: Ausdehnung) heißt der digitale Teil der "Galerie der Gegenwart", in dem sich künftig der kunstsinnige User herumtummeln kann, doch nicht nur betrachtend, auch schaffend.Als Ansporn dazu hat das Museum zusammen mit dem Spiegel Verlag und dem Unternehmen Philips seit gestern einen Wettbewerb zum Thema "Was kann Internet für das Museum bedeuten?" ausgeschrieben. Deswegen wird auf dieser Museums-Homepage kein Objekt flimmern, das offiziell als Kunst bezeichnet worden ist, sondern jeder darf dort sein Werk hinbeamen, und zwar bis zum 30.Juni 1997.Möglich sei alles wichtig nur der Bezug zum Medium Internet, betont der Pressesprecher der Hamburger Kunsthalle, Jens Emil Sennewald.Dabei müsse die Arbeit nicht aufwendig gestaltet sein.Den Teilnehmern winken ein erster, zweiter und dritter Preis mit jeweils 10 000, 5 000 und 3 000 Mark, die während einer Veranstaltungsreihe zum Thema "Internet" im Herbst 1997 verliehen werden sollen.Von dem Wettbewerb erhoffe sich das Museum mehr Klarheit über die Frage, ob überhaupt und wie bildende Kunst im Internet möglich sei, sagt Sennenwald. Längst gibt es weltweit über 2000 Museen, die zu einem Rundgang im Internet einladen, daneben auch zahlreiche Galerien und Künstler.Beispielsweise kann sich der Internet-Surfer auf einen elektronischen Galerienrundgang einlassen, der bei der Adresse

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