Zeitung Heute : Wer hat Schwarzen Peter?

PARIS (sid).Im weltweiten Skandal um Geistertickets für die Fußball-WM in Frankreich schieben sich die entscheidenden Stellen gegenseitig den Schwarzen Peter zu.Fieberhaft untersuchen das WM-Organisationskomitees (CFO) und der Weltverband FIFA die Ursachen des Ticket-Desasters."Wir können für illegale Geschäfte unautorisierter Kartenhändler nicht verantwortlich gemacht werden.Das können wir nicht akzeptieren", erklärte CFO-Generaldirektor Jacques Lambert: "Wir werden gerichtliche Schritte gegen Zwischenhändler einleiten, die die Fans getäuscht haben."

Tausende Fußball-Fans haben sich darüber beklagt, WM-Reisen inklusive Eintrittskarten gebucht, die Tickets jedoch nie erhalten zu haben.Das CFO und von ihm autorisierte Ticketagenturen erheben den Vorwurf, daß Reiseveranstalter blauäugig WM-Tickets bei dubiosen Zwischenhändlern in aller Welt bestellt hätten.Auch der amtierende FIFA-Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen (Schweiz) verdeutlichte: "Die Liste der 17 offiziellen Tour-Operator und den autorisierter Unterhändler ist seit Dezember 1997 bekannt gewesen.Wir haben immer darauf hingewiesen, daß Karten nur bei diesen Adressen gekauft werden sollen." CFO und Fifa wollen nun möglichst schnell die Absatzwege der fraglichen 400 000 von insgesamt 2,5 Millionen Billets nachvollziehen.Die Erkenntnisse indes kommen ebenso wie die angekündigten FIFA-Reformen für das Verteilungssystem zur WM 2002 in Japan und Südkorea zu spät.Rund um den Globusurden auch seriöse Reiseveranstalter und damit viele ahnungslose Fans Opfer betrügerischer Angebote.23 000 in Japan, 40 000 Engländer und Schotten, 12 000 Niederländer, einige tausend Fans in Belgien und Brasilien sowie in Deutschland mehrere Reisegruppen mußten auf das WM-Reiseabenteuer verzichten.

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