Zeitung Heute : Wer mit ihm kann und muss

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Als Helmut Kohl noch Bundeskanzler war, da konnte man ihn und Peter Struck häufig in einem der hinteren Ränge des Bundestags tuscheln sehen. Als Parlamentarischer Geschäftsführer konnte dieser öffentlich trefflich gegen die Regierung ätzen. Vertrauliche Absprachen zwischen Struck und Kohl waren dennoch möglich und klappten auch. Dies trug dem Sozialdemokraten einen von mehreren Spitznamen ein: Kohl adelte ihn als „Strippenzieher“.

DAS ANDERE RAUBEIN:

Donald Rumsfeld , Bushs Verteidigungsminister, muss in Struck lange ein Spiegelbild gesehen haben: als der sich als Gehilfe des Kanzlers am Schmieden einer Koalition der Unwilligen des „alten Europas“ betätigte. Stur sein und poltern können sie beide gut. Nur, dass sich dies bei Struck nicht mit Arroganz paart. Rumsfeld hingegen legt es mitunter ostentativ auf Unhöflichkeit an, wandte seinem deutschen Kollegen einst demonstrativ den Rücken zu. Und musste am Ende dann doch wieder auf den Geschmähten zugehen.

DER MITSPIELER: Joschka Fischer Streit und Konkurrenzgezänk zwischen Außen- und Verteidigungsministerium ist eigentlich ein klassisches Muster. Nicht nur hierzulande. Und eigentlich bringen beide in diesem Fall Beteiligten hierfür brauchbare Dispositionen mit. Joschka Fischer gefällt sich sehr in der Rolle des Bescheidwissers. Peter Struck kann auf anmaßendes Gehabe richtig grantig reagieren. Erstaunlich, dass die die beiden wider alle Regel harmonieren.psi

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