Zeitung Heute : Wer schützt die Nutzer?

REINHART BÜNGER

Firewalls: eine Schwelle zwischen zwei NetzenVON REINHART BÜNGER

Kontrolle im Internet? Für die chinesische Regierung ist das kein Problem: Ein im Februar verabschiedetes Gesetz bestimmt, daß nur das Ministerium für Post und Telekommunikation den Zugang ins Internet vermitteln kann.Jeder Internet-Nutzer muß sich in China bei der Polizei registrieren lassen.Angestrebt wird in China ein weitgehend internes Netzwerk.Welche Kontrollmechanismen aber sind in so freien Staaten wie Deutschland oder den USA denk- und technisch realisierbar?

Die staatlichen Grenzen scheiden hier als Filter aus, da die Nutzer sich über andere Länder in die Computernetze einwählen könnten.Um ein privates oder Verwaltungsnetz vor Angriffen aus dem Internet zu schützen, können jedoch "Firewalls", also Feuerwände, eingesetzt werden.Gemeint ist damit eine (technische oder in einem Programm angelegte) Schwelle zwischen zwei Netzen, die überwunden werden muß, um Systeme im jeweils anderen Netz zu erreichen.Denkbar ist zum Beispiel, daß nur ein Teil eines schützenswerten Programmes frei abrufbar ist.Es könnten auch Suchprogramme entwickelt werden, die auf verdächtige Symbole (wie Hakenkreuze) oder Wörter (Bombe) reagieren.Als Kontrollinstanzen bieten sich in Deutschland die Datenschutzbeauftragten der Bundesländer oder die Telekommunikationsregulierungsbehörde an, die dem Bundespostministerium einmal nachfolgen wird.Zum Schutz personenbezogener Daten könnten Chipkarten eingesetzt werden, die keine Datenspuren im Netz hinterlassen.Neben dieser "Maskierung" des Nutzers sind auch Verschlüsselungsverfahren für Netzinhalte in der Diskussion.

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