Zeitung Heute : Wer zu spät geht...

Der Tagesspiegel

Schimon Peres ist tief gefallen. Jetzt müssen den einst Optimismus versprühenden Friedensnobelpreisträger gar seine nationalistischen Erzfeinde im Inneren gegen die Prügel verteidigen, die er ihm Ausland bezieht. Und, als wäre dies nicht Kränkung genug, hat ihm Scharon auch noch der letzten Entscheidungsgewalt beraubt. Das oberste Exekutiv-Gremium, bestehend aus Scharon und den beiden Arbeitspartei-Anführern Peres und Verteidigungsminister Ben-Elieser, ist am Dienstag abgeschafft worden. Anderntags schon beschloss das durch zwei Nationalisten erweiterte Sicherheitskabinett als neue oberste Instanz, die „Operation Schutzwall“ weiterzuführen. Peres und die Arbeitspartei haben längst den Zeitpunkt ihres Koalitionsausstiegs verpasst und können angesichts der brutalen Armee-Offensive ihr Verbleiben in der Regierung auch nicht mehr mit dem Hinweis verteidigen, sie verhinderten das Schlimmste. Das ist mit dem Krieg eingetreten, und sie tragen dafür Mitverantwortung. Längst sind ihnen die Wechselwähler davongelaufen, nun verabschieden sich auch die Stammwähler, wie der legendäre Parteigründer Ben Aharon, der ein Ultimatum stellte: Entweder sind wir draußen (aus der Regierung) oder ich gehe (aus der Partei).cal

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