Zeitung Heute : Werkzeugkasten für den Web-Designer

HOLGER SCHLÖSSER

Bunt durchgestylt, tönend und interaktiv - die Ansprüche an das Homepage-Design nehmen zu.Seiten, die bewußt auf Grafik und aufwendiges Layout verzichten, damit sie für jedermann schnell und bequem zugänglich sind, werden vom Surfer meist nur mit einem müden Lächeln quittiert.Schließlich geben die neuesten HTML-Erweiterungen dem Webdesigner mittlerweile alle Freiheiten, die er braucht, um fesselnde Webseiten zu gestalten.Fehlt also nur noch die entsprechende Software.



Mit NetObjects "Fusion 3" ist die dritte Generation eines erfolgreichen HTML-Editors, der sich speziell an den Designer richtet.Wie mit einem herkömmlichen Desktop-Publishing-Programm werden die Webseiten mit Fusion eher gezeichnet, als programmiert.Wer es nicht ausdrücklich will, muß sich weder mit HTML noch mit JavaScript plagen.

Das Programm ist in fünf Bereiche eingeteilt."Site" dient dem Bau einer Website durch das einfache Erstellen einer Art Baumdiagramm.Ohne je in Gefahr zu laufen, den Überblick zu verlieren, kann die Struktur einer Homepage visuell organisiert werden.Mit jedem Verschieben einer Seite werden die entsprechenden Links automatisch korrigiert.Nun kommt der wichtigste Teil des Programms, der "Page" genannte Editor.Hier wird das Layout einer Seite bestimmt, werden Texte, Bilder, Formulare und andere Web-Erweiterungen eingefügt.Dafür wird einfach ein Rahmen erzeugt und mit der Maus an die gewünschte Stelle gezogen, jedes Element läßt sich auf diese Weise pixelgenau positionieren.Texte können wie in Textverarbeitungsprogrammen nach Wunsch in Farbe, Form, Größe und Ausrichtung formatiert werden.



Im Bereich "Style" legte der Hersteller eine große Auswahl von Vorlagen ab, die für die eigenen Webseiten verwendet werden können.Obwohl teilweise sehr gelungen, dienen sie wohl eher zur Inspiration, denn schließlich will man in der Regel das eigene Firmendesign fürs Web verwenden.Anders als bei Microsofts "Frontpage 98" können diese aber auch individuell verändert und mit eigenen Logos und Buttons versehen werden.Ohne weiteres Zutun werden sie in sämtliche Navigationsleisten der Webseiten eingefügt.



Zwei letzte Funktionsbereiche bietet Fusion noch: in "Assets" werden alle verwendeten Elemente wie Bilder, JavaScripts oder CGI-Scrips aufgelistet und in "Publish" kann die Homepage zum Korrekturlesen auf den eigenen Rechner oder für das Web auf den Server des Providers publiziert werden.Letzteres funktionierte zwar im Test auf Anhieb, doch leider vergaßen die Macher von Fusion eine Löschfunktion für Seiten zu implementieren.Wurden sie einmal publiziert, muß man auf den gewohnten FTP-Client zurückgreifen, um den Serverplatz aufzuräumen.



Fusion beeindruckt vor allem durch seine Layout-Funktionen.Ungeachtet dessen, ob man den Microsoft-Browser Internet-Explorer oder Netscapes Communicator verwendet, Text und Bild erscheinen genau dort, wo sie im Editor positioniert wurden.Keine Selbstverständlichkeit, denn die Browser verwenden verschiedene HTML- und JavaScript-Dialekte für ein und dieselbe Aufgabe.Damit auch diese Websites originalgetreu darstellen bietet Fusion die Möglichkeit, vor dem Publizieren zu entscheiden, für welche Browser die Website optimiert werden soll.



Ein weiteres Highlight von Fusion ist die Möglichkeit, Datenbanken in die Website einzubinden.Man importiert entweder Daten aus einem existierenden Programm wie Access, dBase, Excel, FoxPro, Lotus 1-2-3, Paradox oder SQL.Ist keines von diesen vorhanden, kann man in Fusion auch eine eigene Datenbank kreieren.Dazu muß nur eine Musterseite geschaffen und die Daten in die automatisch generierten Seiten eingetragen werden.Ohne Programmierkenntnisse lassen sich auf diese Weise etwa Produktkataloge erstellen.



Fazit: Mit Fusion 3 hat NetObjects ein Werkzeug geschaffen, das sowohl einfach zu bedienen als auch auf dem neuesten Stand der Web-Technik ist.Der hohe Preis macht es jedoch nur für den professionellen Anwender interessant.

Systemvoraussetzungen: NetObjects Fusion 3 ist für Windows 95/NT für etwa 599 Mark im Handel.Die Macintosh-Version ist zu einem Einführungspreis von 479 Mark erhältlich.

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