Zeitung Heute : Wett- geschichten

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Einmal habe ich geglaubt, ich sei die geborenen Spielerin. Ich war 15 und mit einer Freundin in London. Sie wollte eine Wette abschließen, und zwar beim Hunderennen. Sie suchte sich ein Tier von athletischer Schönheit aus, die Nummer 14. Ich wollte nicht wetten, aber meine Freundin, die ein wenig kleiner war als ich, glaubte, man ließe sie nicht um Geld wetten, deshalb schickte sie mich mit fünf Pfund und der Auskunft „Setz auf die 14“ zum Schalter. Offenbar war meine Aussprache nicht allzu klar, jedenfalls verstand der Mann dort nicht „fourteen“ sondern „fourty“.

Egal, befand ich. Aber meine Freundin nahm es sehr ernst: „Wie soll denn die 40, dieses ausgemergelte Hündchen, gewinnen“, fragte sie mich und schickte mich erneut an den Schalter. Ich setzte also auf die 14, den Schein für die 40 durfte ich behalten. Das Rennen begann – und das ausgemergelte Hündchen schoss davon wie einst die Hündin Leica in der russischen Rakete. Ich gewann 20 Pfund. Von nun an glaubte ich an meine naturgegebene Intuition, mein Gespür für schnelle Hunde, setzte alles auf einen – und verlor. UD

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