Zeitung Heute : Wie Frauen sich freiboxen

Ob Fitnessstudios oder Falträder: In Uninähe gibt es viele Möglichkeiten, Sport zu treiben

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Vor einer Stunde brachte Judith Jaeschke ihre BWLVorlesung an der TU hinter sich, und jetzt boxt sich die Studentin erst einmal den Unialltag vom Leib. „Fit Bo“ heißt der Kurs, den sie heute in einem Studio der Fitness Company in der Steglitzer Schloßstraße belegt. Judith und zwanzig andere Kursteilnehmerinnen vollführen eine Stunde lang die asiatischen Kampfschläge, die ihnen die Trainerin vormacht.

Dance-Rhythmen hallen durch den Saal, Judith schlägt und boxt voller Begeisterung in die Luft. Zwischendurch gibt es zum Verschnaufen ein paar Dehnübungen. Danach geht die Studentin noch in die Dampfsauna. „Das tut richtig gut nach der Uni“, sagte Judith Jaeschke. „Da bekommt man den Kopf total frei.“ 71 Euro im Monat sind ihr Kurse wie „Fit Bo“ oder auch „Body Shape“ wert – und das ist schon der um fünf Euro ermäßigte Studententarif. Dafür darf sie fast alle Studios der Fitness Company und von Jopp Frauenfitness und deren Kursangebote nutzen, so oft sie will. „Ins Fitnessstudio zu gehen ist schon teuer, aber das muss ich mir einfach leisten, damit es mir gut geht“, sagt die 25-Jährige. Ihr haben es vor allem die Fitness-Kurse angetan. Männer stemmen lieber Hanteln an den Geräten, hat sie beobachtet. Statt nach Steglitz, wo sie wohnt, geht sie manchmal auch in das Jopp-Frauenfitness-Studio am Kurfürstendamm, das näher an der Universität liegt.

Für den günstigsten Tarif der beiden Studioketten (etwa 46 Euro für alle, die einen Freiblock nutzen und nur bis 17 Uhr ins Sportstudio gehen), gilt die Studentenermäßigung allerdings nicht. Weitere Fitness-Company-Studios befinden sich im Europa Center und im Neuen Kranzler Eck. Ein ähnliches Angebot bieten in TU-Nähe auch Swiss-Training am Salzufer 13 sowie Fit am Richard-Wagner-Platz 5.

Eine wesentlich günstigere studentische Sportart ist Joggen: Laufschuhe und Sportzeug hat fast jeder zu Hause. Bei „Karstadt Sport“ in der Joachimstaler Straße 5 können sich TU-Studenten gleich nach dem Seminar ein neues Outfit kaufen. Weniger Kleidung und nur ein kleines Budget für den Eintrittspreis braucht der schwimmbegeisterte Student. Im Sommer hüpfen Krauler im Freibad Halensee in einen richtigen See, im Olympiastadion ins Chlorbecken. Der Eintritt kostet für Studenten ermäßigte 2 Euro 50.

Fahrrad fahren steht auf der Liste der studentischen Lieblingssportarten ebenfalls ganz oben. Schließlich wird so schon der Weg zur Uni zum Training. Radzubehör verkauft in Uninähe das „Spezialradgeschäft“ in der Goethestraße 79. Dort können wagemutige Studierende ein selbst in Berlin einmaliges Fortbewegungsmittel ausprobieren: Ein faltbares Sesseldreirad. Da entfallen sogar die Kosten für ein Hochsicherheitsschloss: Ein faltbares Rad nimmt auch im Hörsaal nicht viel Platz weg. tiw

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