Zeitung Heute : Wie Leuchtkristalle

ELFI KREIS

Eine Ausstellung von Klaus W.Eisenlohr im Parkhaus TreptowNur eins fürchtet Gallierhäuptling Majestix: daß ihm der Himmel auf den Kopf fällt.Klaus W.Eisenlohrs Visionen sind weniger beängstigend.Den Himmel aber lokalisiert man auch bei seinen Fotoobjekten nicht dort, wo er hingehört.Statt dessen stülpt er sich dem Besucher im abgedunkelten Parkhaus zum Greifen plastisch entgegen.Ein Objekt "Lichtdächer London Borough Market" wölbt sich, ein anderes krümmt sich als konstruktiver Wurmfortsatz aus der Wand.Druidenzauber? Keine Spur.Mit Jersey bespannte Gerüste, darauf projizierte Diapositive transparenter Kuppeln, von lichtdurchfluteten Dachkonstruktionen aus Glas, Ei-senträgern und Stahlstreben sind das Geheimnis.Hinzu kommt ein Plus an Verblüffungspotential, das für Irritation gewohnter Wahrnehmungsschnittmuster sorgt. "Standlinien" nennt Eisenlohr seine Ausstellung.So werden Schnittlinien durch den eigenen Standort bezeichnet, die zur Ortung von Flugkörpern dienen.Für Fotosequenzen und knapp unter der Decke gereihte Fotofriese verrückt Eisenloher herkömmliche Perspektiven, läßt Standlinien kippen. Rhythmik und Dynamik der Abfolgen, Ausschnitte und Montagen verraten die Handschrift des Experimentalfilmers.Ob in Kamerastreifzügen durch eine Markthalle in London/Borough, im Lichtversuchsturm der Glühbirnenfabrik Narwa, zu Lichtdächern und postmodernen Glastürmen in Berlin: Bauten dienen als Ausgangsmaterial für Vixier- und Fixierspiele mit Licht und Versatzstücken von Architektur, öffnen kein Fenster zur Realität, entwickeln eine abstrakte Bildwirklichkeit.ELFI KREIS Galerie im Parkhaus, bis 11.Juli, Mittwoch bis Sonnabend 15-19 Uhr.

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