Zeitung Heute : Wie Medikamente wirken

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Bakterien und Viren sind ansteckend, beide wandern von Lebewesen zu Lebewesen. Doch es gibt wichtige Unterschiede: Viren sind nicht nur viel kleiner als Bakterien. Sie haben auch keinen eigenen Stoffwechsel, sondern sind auf einen Wirt angewiesen, um ihre Erbinformationen weiterzugeben.

Bakterien sind leichter zu bekämpfen: Weil sie einen eigenen Organismus bilden, kann man sie ganz zerstören und die menschlichen Zellen dabei trotzdem weitgehend ungeschoren lassen. So wirken Antibiotika, die deshalb nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren kämpfen können.

Inzwischen gibt es erste Ansätze, um auch Viren gezielt schachmatt zu setzen. NeuraminidaseHemmer blockieren dasjenige Eiweiß, das dem Virus chemische Reaktionen im Körper ermöglicht. Die Neuraminidase in der Hülle des Influenza-Virus baut etwa Zuckerreste ab und bahnt dem Erreger so seinen Weg durch die Schleimhäute. Die Idee, sie zu stoppen, klingt zwar vielversprechend. Doch bisher funktioniert das in der Praxis – ähnlich wie das Aciclovir gegen Herpesbläschen – nur im Anfangsstadium direkt nach der Infektion, wenn die Viren noch keine Gelegenheit hatten, sich massiv zu vermehren. Ob solche Antivirenmittel auch gegen Pocken wirken würden, konnte bisher nicht getestet werden. Bleibt die bislang wirksamste Waffe im Kampf gegen die Viren: Die Impfung.

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