Zeitung Heute : Wie wird man Zeitungskönig?

Die Schweiz zählt 7,4 Millionen Einwohner, die Blätter von Michael Ringier haben dort fünf Millionen Leser. Trotzdem kennt ihn kaum einer. Erst durch die Verhandlungen mit Springer machte der „Blick“-Verleger hier von sich reden. Ein Meinungsmacher und seine Sehnsüchte.

Jürgen Schreiber[Zürich]

Über seine wahre Größe ist sich Michael Ringier selbst nicht im Klaren. Im Pass steht ein Meter 96, in Militärpapieren ein Meter 97, die Zeitungen schreiben ein Meter 98. Ehrlich gesagt, beim Augenschein in Zürich scheint der Verleger glatt über zwei Meter zu sein.

Der Schweizer geht selbst im eigenen Büro leicht gebeugt. Sei es mit Rücksicht auf den kleineren Besucher, sei es aus instinktiver Sorge vor etwaigen Türstürzen. Im Lift faltet er sich zusammen, ehe er für den Weg zum Privathaus die Wahl zwischen Bentley „Arnage“ und Smart lässt, „mit was wollen Sie fahren?“. Nun lässt sich leicht behaupten, man hätte sich seinetwegen gegen den Minicar entschieden.

Bei der Ankunft an der „Goldküste“ des Zürichsee gleitet das Eingangstor der Villa Ringier lautlos zurück. Eigentlich sollten im Hof jetzt die sprechenden Lampen des Videokünstlers Tony Oursler anspringen. Sie können in vier Sprachen reden, dem Vernehmen nach ist die vierte rätoromanisch. Aber es bleibt still, davon abgesehen, dass seine aus Sri Lanka stammenden Straßenköter Najana und Tschinta (die Schreibweise stellt er netterweise frei) dienstbeflissen bellen und nach Hosenbeinen schnappen.

Die Annäherung an den mächtigsten eidgenössischen Medienmann war vergleichsweise unkompliziert. Solange der 53-Jährige – auf seiner Visitenkarte steht „Präsident“ – sich beim Springer-Konzern einkaufen wollte und verhandelte, erlegte er sich ein Schweigegebot auf. Er hatte, sagt Ringier und klingt amüsiert, eine Liste von Anfragen für Porträts vorliegen, „die sich liest wie der Gotha der deutschen Presse“. Nachdem er das auf einige hundert Millionen Euro taxierte Engagement bei den Deutschen abblies, lässt er wieder mit sich reden.

Ein bekannter Unbekannter

Leider ist der Tag verhangen. Im grauen Licht kann man sich den Blick auf die sonst gleißenden Glarner Alpen nur schön ausmalen. Im Esszimmer darf der Besucher auf der Aussichtsseite sitzen; da unten, er deutet westwärts, wohne Tina Turner. Auch die von ihm geschätzte Friede Springer genoss den Panoramablick, hinweg über eine mächtige Buche und den spiegelnden See. Hinter uns hängen Thomas Ruffs gigantische „Sternenbilder“; der bestirnte Himmel war ein fantastischer Hintergrund für die Gespräche zur größten Medienfusion Europas. Über der Kommode Verne Dawsons fröhliches Bild „Figures near a campside“, beim Eingang einer von mehreren tollen Gurskys.

Vor uns sitzt ein bekannter Unbekannter, auf der rosa Hemdbrust prangt ein aufgesticktes „MR“. Man hat Ringier als steinreich beschrieben, als „Meinungsmacher, Stimmungsmacher, Königsmacher, Miesmacher“, ohne dass er sich in der Bandbreite dieser Charakterisierung wirklich wiederfindet. Erst durch den angepeilten Deal mit Springer zeigte er überhaupt, in welcher Liga er spielt. Sein „Blick“ und der „Sonntagsblick“ sind die einflussreichsten Gazetten des Heidilands, „gesellschaftliche Faktoren“ mit seinen Worten. Der Boss selbst blieb ein weithin unbeschriebenes Blatt: Als die mögliche Fusion Schlagzeilen machte, dichtete eine Frankfurter Zeitung, die Ringiers seien kinderlos, deshalb wolle man die Firma verkaufen. Sie haben zwei Mädchen adoptiert, die unterstellte „Hauptmotivation“ war mithin falsch. Überhaupt wundert sich Ringier, „was alles geschrieben wurde, ohne mal nachzufragen. Ich habe manchmal den Eindruck gehabt, in einzelnen Redaktionen sei das Telefonieren limitiert“. Andererseits sei noch nie „etwas wirklich Schlimmes“ über ihn publiziert worden. Das habe mit seiner Rolle „als Arbeitsplatzgeber zu tun“. Journalisten, meint er, der selber einer war, „sind auch ein bisschen feige“.

Vielleicht lag es eher an seiner Devise, „das Letzte, was ich werden will, ist be- rühmt!“ Oder daran, dass der Zeitungskönig nicht schlecht damit fuhr, sich kleiner zu machen, als er ist: Boss eines weltweit operierenden Familienbetriebs mit zuletzt 725 Millionen Euro Umsatz und 24 Millionen Euro Reingewinn, potent genug, von Feinden „Springier“ tituliert zu werden. Tatsächlich „verunfallt“ hinter den sieben Bergen keiner, ohne dass es von einem Ringier-Medium notiert würde. Ihm gehören außer der „Schweizer Illustrierten“ unter anderem „Glückspost“, „Cash“, „Betty Bossi“, so dass vorgerechnet wird, in einem Staat mit 7,4 Millionen Einwohner habe sein Laden satte fünf Millionen Leser. Hinzukommen florierende Zeitungen in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien, um nur einige Aktivitäten aufzuführen.

Michael Ringier ist ein unerschütterlich verbindlicher Gastgeber, sportiv, lässig, selbstironisch, ohne die Ungeduld, die man oft in seiner Preisklasse findet. Endlich mal ein Manager, der behauptet, „Stress kenn’ ich gar nicht!“. Durchschreitet er seine lichtdurchfluteten Räume, hat er das Linkische eines Riesen, der sich in seiner Länge nie aufgehoben fühlte. Ihm fehlt auf sympathische Weise so ziemlich alles, was „Blick“-Erfolgsstories gern ausmacht: der an „Bild“ geschulte, zuweilen atemlose Alarmismus, die stete Bereitschaft, rasch zu urteilen und bei Bedarf zu verurteilen. Ringier hingegegen ist ein leiser Erzähler. Er weiss, dass ihm umso aufmerksamer zugehört wird.

Mag dem Konzern das Image vorauseilen, erfolgreich und solide zu sein (gemeint ist damit auch hausbacken und ein wenig langweilig), zeigt Ringiers formidables Privathaus den fortschrittlich-mutigen Ästheten. Mit Frau Ellen, einer Juristin, entschied er sich für ein an Mies van der Rohe orientiertes, am Hang klebendes Gesamtkunstwerk der Architekten Meili&Peter; für die Fachpresse „ohne Zweifel“ eines der bedeutendsten Wohnhäuser in jüngerer Zeit. In dem stilbildenen Kubus geht man auf gemeinhin unerschwinglichem Pastelone, Kalkboden, bestaunt Möbel aus Eisbeer-Hölzern, die grau-grün changierende Fassade aus Anröchter Dolomit. Passende Hülle für einen bedeutenden Bildersammler. Im Verlag, nahe der Oper, steht mehr Kunst herum als Kopiergeräte, Ringier beschäftigt eigens eine Kuratorin.

Mit 20 hatte Michael „keine Ahnung, was ich tun sollte“. Seine Schwester Annette erinnerte ihn an frühe Gedichte und Limericks. So landete er im Journalismus. Das Studium an der Handelshochschule St. Gallen, „eine Katastrophe für beide“, brach er ab. Beginnend mit dem Volontariat bei der Münchner „Abendzeitung“ lernte er das Geschäft von der Pike auf. Kein geringerer als Michael Graeter war sein Lehrmeister. An der Isar lernte er fürs Leben, dass Dackel „Zamperl“ heißen. Ringier repräsentiert den vom Aussterben bedrohten Verlegertyp, der „dem eigenen Schreiben hinterherweint“. Er kennt die Macht und die Ohnmacht der Wörter, genoss den Moment, heiß durchrieselt zu werden nach einem gelungenen Artikel. Kein Wunder, dass er seine Beiträge archivierte. Er leiht sie uns mit der Bitte „um Retournierung“ aus. Dem Profi ist „das absolut grauenvolle Gefühl“ nicht fremd, eine Mutter zum Selbstmord ihres Kindes befragen zu sollen. Ringier meint, „ziemlich gut zu schreiben“, er sei „eher der Feature-Journalist“. In seine Kolumne „Das heiße Eisen“ klinkte man ein Foto des rasenden Reporters beim Telefonieren ein. Er amüsiert sich bei der Schilderung.

Inzwischen steigen die Sätze im blauen Dunst von Zigarren mit roter Bauchbinde auf. Diverse Espressi sind getrunken, das Essen abgeräumt. Man versteht seine Bemerkung, er genieße „das schönste Privileg, Herr meiner Agenda zu sein“. „Als Verleger hat man schon ein tolles Leben. Ich kann anrufen, wen ich will.“ Zurückgelehnt im Stuhl, die Hände gefaltet, kann man ihn sich gut vorstellen beim Treff mit Gerhard Schröder jüngst im Berliner Adlon: drei Stunden Plausch, drei Minuten über die Sache mit Springer und des Kanzlers Frage, ob er wisse, auf was er sich einlasse. Sonst ging’s um Kinder, Kunst, Rotwein, Hunde und natürlich Stumpen.

Aber ebenso sollte man sich den Langen draußen beim Joggen vorstellen, „je steiler, je besser“. Der frühere Tenniscrack des TC Fairplay, im Einzel auf Platz 10 der Schweizer Rangliste, kennt jede Theorie über die vom Laufen bewirkte Ausschüttung von Glückshormonen. Erlebt habe er sie nie trotz wöchentlich 60 Kilometern. Allein mit sich und den Gedanken, ist er süchtig nach der schmerzenden, physischen Belastung. Training steht im Kalender wie Sitzungen. Ein Mann mit mehr Stehvermögen, als man ihm, bebrillt und dürr, mit dem Habitus des Intellektuellen, zutrauen würde.

Im Pressehaus sitzt er im einstigen Büro seines Vaters Hans. Die Skulptur „Daily Dust“ des Künstlers Denmark gab es freilich noch nicht, sechs Einweckgläser mit pulverisierten Ausgaben diverser Tageszeitungen, vor dem Besuchersofa gruppiert. Mit dem Patriarchen wurde Michael oft und nicht immer zu seinem Vorteil verglichen. Oder noch toller mit der ganzen Ahnengalerie. Es hieß, er sei bloß der Junge vom Alten und musste betonen: „Die Macht liegt bei mir!“ Hier trat jemand in große Fußstapfen, der sich selbst finden musste nach der Ära heftigst glorifizierter Vorfahren. Papa Ringier, „Blick“-Mitbegründer, war ein Grandseigneur, liebend gern rollte er im Rolls Royce beim feinsten Antiquitätenhändler Bernheimer in München vor. Die Geschäfte ließ er vom Manager machen. Hans sei „nie das Alpha-Tier gewesen“, wenn schon, dann die Mama, Landesmeisterin bei den Dressurreitern, „das sagt schon alles“. Sie gewann übrigens auf „Bambus“, einem Schimmel vom Zirkus Knie.

Dann wird er unvermeidlich noch mit dem Bruder Christoph verglichen. Unter dem Älteren trat Michael 1985 in der Firma an. 1991 zahlte er ihn aus, was auf seine gewisse Ernstfallhärte hinweist, während er sonst Nachsicht in den Augen hat, die das Streitbare tarnt. Ein Freund berichtet, seine Frau habe gedrängt, er könne die Firma nicht dem anderen überlassen. Michael hätte womöglich lieber geschrieben, schwärmt von der „tollen Zeit in Deutschland“, spricht nach der Schrift, ist geprägt vom Redaktionsleben, „das hat schon was“.

Der „Blick“-Cocktail

Wie der Vater steckte auch der Sohn ziemliche Prügel für den „Blick“ ein. Michael Ringier musste sich sogar öffentlich (und mit viel Geld) beim geschassten Schweizer Botschafter Thomas Borer entschuldigen, nachdem der „Sonntagsblick“ den Gesandten wegen einer angeblichen, außerehelichen Affäre angeschwärzt hatte; „die unnötigste aller Geschichten“. Der Junior erzählt dann die Anekdote, die er als Kind erlebte. Seine Mutter sei bei einer Einladung gefragt worden, ob sie denn wisse, was der „Blick“-Cocktail sei und erhielt die Antwort: „Ein Glas Wasser mit einem Scheißdreck drin.“ Oft genug schon fühlte er sich herausgefordert, musste das hohe Lied auf den Boulevard singen, diese „äußerst anspruchsvolle und enorm schwierige Art des Blattmachens“. Das hindert ihn nicht dran, es „ein heilsames Erlebnis für Redakteure“ zu finden, „selbst mal unter die Räder zu kommen“, wie es jüngst bei „Blick“ passierte. Danach verordnete er eine Debatte über journalistisches Ethos.

Ja doch, Borer hin, Borer her. Er hält sich was zugute auf die „stärkste Stimme im Land“, „Blick“, diesen Schweizer Kracher. Wie „Bild“ wird die Zeitung geliebt, gehasst – und fleißig gekauft. Ungewöhnlich fürs Genre gibt es eine Kulturseite, man kämpfte für das Antirassismus-Gesetz , muckte gegen den „Wahn des Shareholdervalues“ auf, nannte Verwaltungsräte „Versagerräte“ und kassiert gelegentlich für eine „People-Story“ den Vorwurf „Fertigmacherjournalismus“.

Nicht dass der Verleger jedes Wort unterschriebe. Aber sein Tag beginnt mit dem „Blick“, beeilt er sich zu erklären. Nebenbei gesagt, seine befehlsresistenten Vierbeiner verdankt er der Rubrik „Hunde suchen einen Platz fürs Leben“. Aber seltsam, das hohe Lied, „ich liebe diese Zeitung“, tönt irgendwie, als kaschiere der Sänger einen Mangel. Nämlich den, dass er, bei allem Respekt, sein Geld eher mit Kurzatmigem macht, das sich nicht unbedingt wegen der Erzählkunst verkauft. „Unsere cash-cow“.

Mehr noch: Sieht man Ringier förmlich von Bildern eingemauert (im Büro gefällt besonders ein Multiple von Jenny Holzer), drängt sich der Gedanke auf, da habe einer andere Sehnsüchte als nur die nach schwarzen Zahlen. Vielleicht sogar, dass ein Teil von ihm sich nicht damit abfand, Kapitän eines Unterhaltungsdampfers zu sein. Gut und schön, der Marktführer kreuzt selbst in tristen Zeiten in sicherem Gewässer, kann gar nicht verstehen, wie in Deutschland zwei schlechte Jahre gewisse Verlage vor riesige Probleme stellten. Aber was er vertreibt, zeugt alles in allem nicht von der großen Form, die der Redakteur bei „Stern“ und dem Wirtschaftsmagazin „Impulse“ einst für sich suchte, „verliebt in die Spiegel-Sprache“ wie der Absolvent der hauseigenen Journalistenschule war: Unübersehbar der Lulatsch von der letzten Bank, berichtet ein Lehrer.

Genoss er es einst nicht, mit dem Vorgesetzten und Homme de Lettre Johannes Gross zu arbeiten? Sie plauderten über Goethe, parlierten französisch. Es ist augenfällig, dass Ringier bisher nicht einlöste, was seine Lehrzeit suggerieren mochte. Und was das speziell von seiner couragierten Frau Ellen verkörperte Engagement für Kultur und Gesellschaft nahe legen könnte. In der Familie bürgerte sich eine Arbeitsteilung ein, die der Gatte lapidar widergibt: „Ich bin der Böse. Ellen hilft den Schwachen und Guten.“ Marthalers Züricher Theater sprang sie mit 500000 Franken bei, was den Regisseur und komischen Vogel Schlingensief nicht hinderte, die Gönnerin auf offener Bühne symbolisch als Huhn zu schlachten und zu verspeisen.

Sofern es sich nicht um die von Saul Bellow skizzierte „Melancholie des Wohlstands“ handelt, dann sind Ringiers eines Museums würdige Sammlung von Gegenwartskunst und die Traumvilla offenkundige Spiegelung seiner Sehnsucht nach einer anderen Form von Selbstdarstellung und Anerkennung. Hier zeigt sich Entdeckerfreude im Übermaß, die, mit Verlaub, in seinem bunten Blätterwald nicht zu finden ist.

Freunde beteuern, dieser Komplex berühre bei ihm ein tief sitzendes Gefühl eigenen Ungenügens. Ringiers Ägide fehlt bisher der „große Lupf“, ein „quality-paper“, wie das heute heißt. Ein gewichtiger Titel, der zu seinem kritischen Bewusstsein passte und die von ihm sehr gewünschte Durchlüftung des Helvetischen beförderte. Das vom genialen Blattmacher Horst Stern begründete Vorzeigemagazin „natur“ lancierte er in den 80ern mit Macht – stieß es mangels Ertrag in den 90ern ohne Sentimentalität ab. Die „Weltwoche“ hätte er jüngst liebend gern gekauft, konservative Kreise schnappten ihm das Intellektuellenblättchen weg, „die hassen uns“. Ringier lächelt etwas zerknittert: „In diesem Segment sind wir nicht vertreten.“

Traum des Verlegers

Dabei hat er mehr Pläne, als der überschaubare Markt verkraften kann. Sein Drang nach einer „schönen Wochenzeitschrift“ ist ungebrochen. Wenn die Stunde schlägt, wird er nichts unversucht lassen, der „Weltwoche“ einzuheizen. Die Nullnummer sei fertig (er zeigt sie aber nicht) , er warte auf die Antwort, „hat es Platz für sowas?“. Auch das Projekt einer „Zeitung mit ganz intelligentem Journalismus“ ruht. „Der Traum eines jeden Verlegers. Wir hätten sie gern.“

Einer aus seiner Task Force schildert, warum Ringier trotz vieler gedanklicher Ausbruchsversuche den Gewinn lieber beim Bewährten sucht. Bei allem Ehrgeiz sei er nicht der Typ, der sich ein Prestigeobjekt leistet, um es sich schmückend an die Uhrenkette zu hängen. Das verhindere schon eine traumatische Erfahrung; der Kauf von Druckereien in den USA, eine grandiose Fehlinvestition. So aufgeklärt der Zeitgenosse sei, (der lockeren Duz-Ton im Führungsteam pflegt), geschäftlich sei er von analytischer Skepsis, konservativ, scheue Experimente. Er würde das wohl Instinkt nennen. Alle vertagten Ideen sieht ein Insider in einer Reihe mit der Absage, die er schlussendlich bei Friede Springer im 19. Stock verkündete: keine Fusion; dabei wäre Ringier seines Namens verlustig gegangen.

Ach, wäre es doch alles so einfach wie anno ’91 in Tschechien. Da erwarb er für 50000 Franken eine ganze Zeitung, erreichte den „Break Even“ nach drei Monaten. Daheim, wo er mit Lesestoff für gebildete Stände die Debattenkultur beförden möchte, bleibt es schwierig mit richtigen Wünschen, aber angesichts der Konjunktur vielleicht zur falschen Zeit. Im Pressehaus leuchtet die bunte Neon-Arbeit „Faster, Bigger, Better“ und legt die Frage nah: Großer Mann, was nun, großer Mann, was tun?

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