Zeitung Heute : Willkommen im Plüschparadies

ANDREAS CONRAD

Den Song zum Film hätten wir schon mal, auch für die musikalische Untermalung der Premierenparty wäre gesorgt.Fehlt nur noch der Film.

Das konnte kein Zufall sein: Am Donnerstag vormittag erst hat Regisseur Joseph Vilsmaier mit anderen Filmeuten den Vertrag für sein neues Projekt "Marlene" unterzeichnet, und nun sitzen die Hauptbeteiligten zu später Stunde hier im Café Keese, feiern "20 Jahre Senator Film", auf der Bühnen glitzert Marianne Rosenberg und schmettert mit ihrer Püppchenstimme ...na, was wohl? "Marleen, eine von uns beiden muß nun gehn ..."

Doch lassen wir den Sepp und sein Mariannchen noch allein, kehren wir zurück ins Ludwig-Erhard-Haus.Ulrich Gregor und das Internationale Forum des jungen Films bitten im Bauch des Gürteltiers zum Empfang.Das ist alljährlich einer der zuverlässigsten und begehrtesten Termine, diesmal aber in Konkurrenz mit dem Arte-Empfang im Quartier 206, der Keese-Feier von Senator und einem von Columbia Tri-Star im Schwarzen Raben arrangierten, geradezu intimen Essen mit Nicolas Cage, Patricia Arquette und Shirley MacLaine, die von ihrem grandiosen Empfang im Zoopalast sicher noch ganz trunken ist.

Das Leben ist ungerecht, doch gibt es Abstufungen.Hinter einem Gitter die Prominenten vorüberziehen zu sehen, ist schon sehr ärgerlich.Aber sich an einer Glasscheibe die Nase plattzudrücken, und dahinter prostet man sich zu - das ist wirklich hart.Zumal jetzt noch Häppchen durch die Menge getragen werden und die Controlletis am Eingang ihre Arbeit sehr genau nehmen.Doch genug des Mitleids, schließlich sind wir ja drin, haben uns - bevor es weitergeht - einige Gläser Prosecco genehmigt, bei den Häppchen zugegriffen.

Zurück zum Café Keese.Ein Plüschparadies in Rot, die Ober im Smoking, Telefone auf den Tischen, man hat davon gehört.Genaugenommen ist das die Premierenfeier von "Aimée & Jaguar", die wegen des obligatorischen Eröffnungsempfangs der Berlinale verschoben werden mußte.Eine Mottoparty also, daher das etwas angestaubte Ambiente, die vielen Luftballons, die ebenfalls plüschig wirkende Marianne und die mit Flaschen und Gläsern hochkorrekt eingedeckten Tische.

Da sitzt auch schon das erste bekannte Gesicht, Maria Schrader, gleich daneben Lilly Wust, deren Geschichte die Vorlage abgab zu dem Film.Bis gegen drei wird sie ausharren und eine Zigarette nach der anderen rauchen.Heike Makatsch läuft vorbei, wird später noch mit Otto Sander plauschen, Richy Müller hat die "Gierig"-Party vom Vorabend offenbar gut überstanden.

Armin Rohde pafft an Tisch 120 in großartiger Manier eine Zigarre mit Bauchbinde, telefoniert dazu ein wenig, mit wem auch immer.Und irgendwann wird Michael Gwisdeck auftauchen und mit einigen Mädels wild über die Tanzfläche wirbeln.Von Corinna keine Spur.

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