Zeitung Heute : Window-Bags: Ergänzung zu Airbags nun auch im Sprinter

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Window-Bags als Ergänzung zu den Airbags für Fahrer und Beifahrer und den Seitenairbags gab es bislang nur in Personenwagen. Mit dem Transporter Sprinter stattet Mercedes-Benz nun erstmals auch ein Nutzfahrzeug mit diesem Sicherheitselement aus. Die Window-Bags legen sich bei einem Seitenaufprall als schützende Barriere wie ein Vorhang vor die Seitenscheiben und vermindern so das Risiko von Kopf- und Gesichtsverletzungen für die Insassen.

Viel Pionierarbeit geleistet

Die Window-Bags sind ein weiterer Schritt auf dem Weg, auch Nutzfahrzeuge konsequent mit den neuesten Systemen für die aktive und passive Sicherheit auszustatten. Hier haben, wie ein Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte zeigt, Nutzfahrzeuge von Mercedes-Benz viel Pionierarbeit geleistet. So wurden bereits in den 50er Jahren die Motorbremse und in den 60er Jahren die Fahrerhausfederung eingeführt. In den 70er Jahren gab es die ersten Crash-Versuche mit Transportern und das Zweikreis-Bremssystem mit Bremskraftverstärker und lastabhängigem Bremskraftregler wurde eingeführt. Ein Jahrzent später wurden Lastwagen, Busse und Transporter Zug um Zug mit dem Antiblockiersystem (ABS) ausgestattet. Das bedeutete eine erhebliche Entlastung des Fahrers, da es das Bremsen unter den verschiedensten Fahrbahnbedingungen sicher beherrschbar machte und dabei höchste Richtungsstabilität garantierte.

Dieses für die aktive Sicherheit wichtige System wurde im vergangenen Jahrzehnt dann konsequent verbessert. So erhielten die Transporter Vito und Sprinter Scheibenbremsen an allen Rädern und ein mit dem ABS gekoppeltes automatisches Bremsdifferenzial (ABD). Das wurde erst jüngst im Rahmen der Modellpflege zur Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) mit Motoreingriff erweitert. Es bringt bei schwierigen Traktionsbedingungen wie zum Beispiel Schnee wichtige fahrdynamische Vorteile und trägt damit erheblich zur Entlastung des Fahrers bei. Auf ein höheres Leistungsniveau gebracht wurde zudem das ABS und einen erheblichen Sicherheitsgewinn bedeuteten auch sogenannte "verzeihende" Fahrwerke mit einem hoch angesetzten Grenzbereich, die unter normalen Fahrbedingungen ein Höchstmaß an Sicherheit bieten und auch zahlreiche Fahrfehler verkraften können.

Untersucht man Verkehrsunfälle, dann zeigt sich immer wieder ganz klar, dass deren größte Zahl auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen ist. Deshalb gelten die Bemühungen der Nutzfahrzeugentwickler einer ständigen Verbesserung der Fahr-, Wahrnehmungs- und Bediensicherheit der Fahrzeuge, um so den Fahrer zu entlasten, so dass er sich ohne Ablenkung und vorzeitiges Ermüden auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren kann. Beispiel hierfür sind ergonomisch angeordnete Bedien- und Überwachungsinstrumente wie zum Beispiel der bei Vito und Sprinter in die Mittelkonsole integrierte Schalthebel, optimale Rundumsicht und großflächige vibrationsarm angebrachte Rückspiegel. Das alles soll die Konditionssicherheit der Fahrzeuglenker erhöhen. Einen Beitrag dazu leisten auch Servolenkungen sowie automatische beziehungsweise automatisierte Getriebe.

Unfallfolgen in Grenzen halten

Kommt es trotz hoher aktiver Sicherheit der Fahrzeuge trotzdem zu einem Unfall, dann helfen die Systeme der passiven Sicherheit, die Unfallfolgen in Grenzen zu halten. Dazu zählen die mit Hilfe rechnerischer Simulationen und aufwändiger Crashtests entwickelten stabilen Fahrgastzellen der Transporter. So bieten viel Energie absorbierende Deformationszonen insbesondere im Frontbereich Schutz bei schweren Gegenverkehrsunfällen. Aber auch für Seitenkollisionen, Heckkollisionen und Überschläge werden die Karosserien der Transporter gezielt geschützt.

Das hohe Niveau der Crashsicherheit zum Beispiel des Transporters Sprinter wurde durch mehr als 30 Crashtests in Anlehnung an hausinterne und Personenwagen-Prüfvorschriften erreicht. Dabei wurden die Transporter auch gegen Personenwagen, Lastwagen, Leitplanken und den einen Baum simulierenden Pfahl gefahren. Insbesondere der Aufprall auf einen Pfahl lieferte dabei neben Daten über die Insassenbelastung und die Fahrzeugdeformation wichtige Werte für die Entwicklung der jetzt eingeführten Window-Bags. Die zeigen ihre optimale Wirkung vor allem bei höheren Unfallgeschwidgkeiten.

Wichtiger Partnerschutz

Transporter bieten ihren Insassen sowohl wegen ihrer höheren Sitzposition und der höheren Seitenschweller und vor allem auch wegen ihrer höheren Masse gegenüber Personenwagen bei einem Unfall einen physikalischen Vorteil. Damit daraus nicht ein Nachteil für die Personenwageninsassen wird, wird neben dem gesetzlich vorgeschriebenen Frontalcrash auch ein teilversetzter Frontalaufprall mit 40 Prozent Überdeckung bei Tempo 56 gegen eine verformbare Barriere gefahren. Die Ergebnisse dieser Tests dienen dazu, die Frontbereiche der Transporter Vito und Sprinter so zu optimieren, dass sie bei einer Kollision mit einem Personenwagen zu dessen Gunsten besonders viel Energie absorbieren - Sicherheitsexperten sprechen bei diesen Maßnahmen vom Partnerschutz.

Ergänzt werden die Unfallfolgen vermindernden Karosseriestrukturen durch Rückhaltesysteme im Fahrzeug wie Airbags für Fahrer und Beifahrer, Gurtstraffer, Dreipunkt-Gurte auf allen Plätzen und neuerdings auch die Window-Bags.

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