Zeitung Heute : Winterliche Blütenpracht

Neue Christrosen-Züchtungen für den Garten

Peter Busch

Als Schnittblumen sind Christrosen allgemein bekannt, im Garten sind sie leider seltener anzutreffen. Ein Anbau kann aber nur empfohlen werden, da die anspruchslosen Pflanzen an einem geeigneten Standort jedes Jahr immer üppiger zur Blüte kommen.

Die Christrose gehört botanisch zur Gattung Nieswurz, Helleborus, von der es über 20 Arten und einige Sorten gibt. Die für den Garten wichtige Christrose, auch Schneerose genannt, H. niger, ist die beliebte weiß blühende Art und wächst wild in den Alpen. Sie entwickelt reinweiße Blütenblätter auf kurzen Stielen, aus deren Mitte leuchtend gelbe Staubgefäße herausragen. Für den Garten sind einige bewährte und neue Sorten unter der Bezeichnung Helleborus-Hybriden gezüchtet worden; besonders großblumig und früh blühend sind ,Praecox‘, ,Allerseelen‘ und ,Mme. Fourcade‘; später blühen ,Grandiflorus‘ und ,Maximus‘. Die Sorte ,St. Brigid‘ zeichnet sich zudem durch blaugrüne Blätter aus. Für Farbe sorgt die Nieswurz-Hybride ,Atrorubens‘; auf höheren Stielen schmückt sie sich zum Nachwinter mit purpurroten Blüten und weißen Staubgefäßen.

Alle Pflanzen gehören zu den winterharten Stauden, die sich erst nach jahrelangem ungestörten Wachstum zu reich blühenden Pflanzen entwickeln. Entsprechend der Heimat vieler Arten in den Kalkalpen, in den Apenninen und auf dem Balkan benötigen diese Pflanzen auch bei uns im Garten einen nahrhaften, lehmdurchsetzten, kalkhaltigen Boden.

Der günstigste Zeitpunkt zum Umsetzen oder zur Teilung des Wurzelstockes ist der Herbst. Als Standort eignet sich ein halbschattiger Platz unter Gehölzen. Als Nachbarschaftspflanzen empfehlen sich früh blühende Zwiebelgewächse.

Das Abschneiden der Blüten für die Vase beeinträchtigt das Wachstum der Pflanze nicht, im Gegenteil: Die Blühwilligkeit wird verstärkt. Nach der Blüte wird im zeitigen Frühjahr mit reifem Kompost oder organischen Substanzen gedüngt; während der Vegetationszeit bekommen die Stauden mehrmals eine Düngung. Während des Triebwachstums vom Frühjahr bis zum Sommer brauchen die Christrosen viel Feuchtigkeit. Vom Hochsommer an sorgen trockene Perioden für einen reichen Blütenansatz. Sie sind für die Gesundheit der Blätter von Vorteil. Verschwiegen werden soll nicht, dass gerade die Christrosen gegen eine pilzliche Erkrankung empfindlich sind. Die Blätter weisen dann große schwarzbraune Flecken auf. Dies ist die Schwarzfleckenkrankheit. Stark befallene Blätter sind sofort zu entfernen. Besonders sinnvoll ist es, vor dem Neuaustrieb konsequent alle alten Blätter abzuschneiden. Sie kommen nicht auf den Kompost, weil sich die Krankheit sonst wieder ausbreiten kann.

Der Gattungsname Helleborus weist übrigens auf eine besondere Eigenschaft der Pflanze hin. Dieser Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet „ein Gewächs, das durch seinen Genuss tötet“. Bei der Christrose sind vor allem der Wurzelstock und die Samen giftig. Während Kinder beim Spielen sicherlich nicht an den besonders giftigen Wurzelstock kommen, sollte man doch bei den Früchten die nötigen Vorsichtsmaßnahmen treffen und sie rechtzeitig entfernen. Peter Busch

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben