Zeitung Heute : Wir sind gerührt: Lanninger kommt

Manche Menschen sind einem auf Anhieb sympathisch – der preisgekrönte Barkeeper Andreas Lanninger gehört zweifelsohne zu dieser selbst erwählten Einteilung. Der gebürtige Saarländer ist eine Institution in Berlin. Im März eröffnet „Lanni“ seine eigene Bar. Im Vier-Sterne-Hotel Abion in Mitte (Alt-Moabit 99), direkt an der Spree, neben dem Innenministerium. Der Name der Bar: Lanninger – wie sonst. Eine 17 Meter lange Theke in L-Form, Smoker’s Lounge und dem Restaurant von Küchenchef Rainer Strobel und seiner Aromaküche. Das Lanninger: lichtdurchflutet, elegantes Ambiente, Terrasse am Wasser. Draußen an der bareigenen Anlegestelle wartet Lanningers Boot mit Cocktailbar – gerne auch zum Mieten. „Ein Barbesuch bei Lanninger soll wie ein Kurzurlaub sein“, sagt der Namensgeber. Entspannen, Abschalten. Drinnen warten 120 Sitzplätze und 100 unterschiedliche Cocktails. Über 350 beherrscht Andreas Lanninger im Schlaf. Seine legendärsten Eigenkreaktionen: Boston Cocktail, Erdbeerbowlen Cocktail oder Babysitter, in einer Cocktailflasche mit Nuckel serviert.

Die Hohe Schule des Cocktailmixens erlernte Lanninger Ende der Achtziger bei der Barkeeper-Legende Bill Deck. Klassisch, konservativ, stilvoll und elegant. Inspiriert wurde er damals vom Kultkinoklassiker eines jeden Barkeepers: „Cocktail“ mit Tom Cruise in der Hauptrolle des mixenden Frauenhelden. „Der Film hat den Beruf des Barkeepers schlagartig vorangebracht,“ schmunzelt Lanni. Die Liste der Berühmtheiten an Lanningers Tresen während seiner Zeit in der legendären Harry’s New York Bar im Grand Hotel Esplanade - da war er 14 Jahre Barchef - ist lang: Pierce Brosnan, Michail Gorbatschow, Gerhard Schröder, Udo Jürgens, Silvester Stallone, Wolfgang Gerhardt, Wendelin Wiedeking, Jürgen Schrempp, Heinz Hoenig und Jürgen Heinrich haben bei ihm so manche Nacht verbracht. Lisa Stansfield, Chris de Burgh, No Mercy, Pur oder die No Angels sorgten für den musikalischen Mix. Live-Musik wird es auch im Lanninger geben. „Einen angesagten Treffpunkt an der Spree für klassische Cocktails und Drinks mit erstklassiger Live-Musik“ wünscht er sich. Das Publikum? „Bunt gemischt, Hotelgäste und Berliner.“ Ein Barkeeper ist Vertrauensperson und Entertainer zugleich. „Ein Verwöhner, der Glücksgefühle schafft.“ Das liegt dem „39+1“-jährigen Charmeur im Blut. Sein Beruf ist längst zur Passion geworden. „Barkeeper ist eine Lebenseinstellung.“ Seine wertvollste Auszeichnung: „Das Lanninger – meine erste eigene Bar, die meinen Namen trägt.“Sophie Guggenberger

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben