Zeitung Heute : Wo beginnt der Mensch?

Bas Kast

Wenn man heutzutage die Zeitung aufschlägt oder den Fernseher anschaltet, dann ist da oft von "Embryonen" und "Stammzellen" die Rede. Komische Wörter. Erwachsenensprache halt! Dabei geht es um etwas ganz Spannendes. Zum Beispiel darum, wie aus ganz wenigen, ganz winzigen Zellen zuerst ein Embryo, also ein Baby, das noch nicht geboren ist, dann ein Kind und schließlich ein großer Mensch wird.

Die winzigen Zellen - das ist es, worüber die Erwachsenen streiten, so stark, dass ihre Gesichter abwechselnd rot und weiß werden. Man nennt die winzigen Zellen Stammzellen. Die heißen so, weil eben ein Embryo und ein Kind und ein Erwachsener von diesen Zellen stammen. Und um diese winzigen Zellen streiten sich die Erwachsenen? Genau so ist es.

Denn mit den Zellen kann man kranke Menschen behandeln. Zumindest denken das die Wissenschaftler. Ob das auch wirklich geht, wissen sie noch nicht so genau. Und deshalb wollen sie die Zellen untersuchen, um es herauszufinden.

Aber wenn sie die winzigen Stammzellen untersuchen, dann kann daraus kein Embryo und kein Kind und kein großer Mensch mehr werden. Die Zellen gehen dann kaputt. Manche sagen: Ein ganz kleiner Mensch geht dann kaputt. Andere sagen: Nein, diese kleinen Zellen - das ist noch kein Mensch, also dürfen die Wissenschaftler sie auch untersuchen. Nein!, sagen die anderen. Doch! Nein! Doch! So geht der Streit. Schon seit Monaten.

Und weil irgendwann jeder Streit aufhören muss, haben die Politiker, die man auch immer im Fernsehen sieht, nun entschieden: Ja, die Wissenschaftler dürfen die winzigen Zellen untersuchen - wenn auch nur in Ausnahmefällen. Mal gucken also, was sie dabei entdecken!

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