Zeitung Heute : Wohin mit alten PCs?

VOLKER AGÜERAS GÄNG,YANN OLLIVIER

Spenden bringt oft steuerliche VorteileVON VOLKER AGÜERAS GÄNG UND YANN OLLIVIER

Es gibt verschiedene Wege, sich alter Geräte zu entledigen.Vorausgesetzt, es findet sich ein Interessent, kann die nicht mehr benötigte Hardware verkauft werden.Ist das Gerät allerdings schon etwas in die Jahre gekommen, dürfte dies schwer werden, zumal neue Computer inzwischen sehr preiswert geworden sind.An dieser Stelle kommt die Kontaktbörse des Tagesspiegel ins Spiel.Sie spricht vor allem auch Unternehmen an, die sich von Altbeständen trennen wollen. Anstatt ein altes Gerät zum Verkauf anzubieten, kann es finanziell durchaus sinnvoll sein, die nicht mehr benötigte Hardware zu spenden, zumal dies in einigen Fällen die Steuerschuld mindert.Also: Nicht nur die gute Tat spricht fürs Spenden, sondern zum Teil auch das Steuerrecht.Allerdings müssen einige Dinge beachtet werden, damit die Spende auch tatsächlich den gewünschten Steuereffekt nach sich zieht.Das Wichtigste dabei ist die Spendenquittung, denn ohne Nachweis kann kein Steuerberater tätig werden.An dieser Stelle ein kleiner Hinweis für die Schulen, die an der Tagesspiegel-Kontaktbörse teilnehmen.Sie sollten rechtzeitig bei dem für sie zuständigen Bezirksamt die entsprechenden Spendenformulare anfordern, beziehungsweise sich darüber informieren, welche Stelle des Amtes bei Bedarf diese Bescheinungen ausstellt. In diese Quittung muß, sobald es zur Vermittlung eines Gerätes gekommen ist, der Wert des Altgerätes eingetragen werden.Ermittelt wird dieser Betrag nach verschiedenen Kriterien.In erster Linie kommt der sogenannte Buchwert zum Tragen.Jedes Unternehmen schreibt den Wert eines Anlagegutes entsprechend seiner Nutzungsdauer in einem gewissen Zeitraum - beim PC meist drei bis vier Jahre - ab.Jedes Jahr verliert damit der Computer einen Teil seines Wertes, bis er schließlich nach Ablauf des Zeitraumes buchtechnisch abgeschrieben ist.Wird nun das Gerät innerhalb dieses Abschreibungszeitraums weitergegeben, so hat der Computer den jeweiligen Rest-Buchwert.Praktisch bedeutet dies: Ist die Abschreibungsfrist abgelaufen, kann bei der Weitergabe des Gerätes keine steuermindernde Spendenquittung ausgegeben werden.Dies heißt aber auch, daß es durchaus sinnvoll sein kann, sein Altgerät lieber etwas früher abzugeben, damit der Steuervorteil auch genutzt werden kann.Dies gilt besonders dann, wenn bereits über die Anschaffung neuer Geräte nachgedacht wird.Für die Schulen hätte dies den Vorteil, daß sie über dann leistungsfähigere Geräte verfügen könnten. Die Spende eines Computers kann auch noch in anderer Hinsicht günstiger ausfallen als beispielsweise der Verkauf eines bereits angestaubten Gerätes.So beträgt der Erlös für einen alten 386er unter Umständen nur ein paar hundert DM, die dann auch noch als Einnahme versteuert werden müßten, wenn es sich beim Verkäufer beispielsweise um ein Unternehmen handelt.Stellt man dem tatsächlichen Resterlös die Steuervorteile entgegen, spricht in vielen Fällen mehr für die Spende als den Verkauf. Daß eine Spende zu Steuererleichterungen führen kann, wird sowohl von der Steuerberaterkammer, als auch von der Oberfinanzdirektion Berlin (OFD)bestätigt.Es kommt vor allem auf die wirtschaftliche Situation des Unternehmens an.Werden Gewinne erwirtschaftet, wird sich eine Spende steuermindernd auswirken."Zu seinem Nachteil wirkt es sich für den Unternehmer nie aus!", erklärt Michael Radtke vom Einkommenssteuerreferat der OFD.

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