Zeitung Heute : Wohnräume im Büro sind nicht verboten - Gewerbe in der Wohnung schon

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Der Eigentümer eines Mehrfamilien-Wohnhauses vermietete einige Räume im Erdgeschoss zur gewerblichen Nutzung an eine Gesellschaft. Deren Geschäftsführer richtete sich zwei Räume ein, um dort gelegentlich zu übernachten. Der Vermieter war mit dieser Nutzungsänderung nicht einverstanden und kündigte das Mietverhältnis. Das Oberlandesgericht Köln erklärte die Kündigung für unwirksam. Eine vertragswidrige Nutzung berechtigt den Vermieter nur zur Kündigung, wenn dadurch seine Rechte in erheblichem Maße verletzt werden. Da das Haus überwiegend zu Wohnzwecken genutzt wurde, entsprach die teilweise Verwendung der Gewerberäume als Wohnung durchaus dem Charakter des Hauses. Irgendwelche Störungen oder eine erhöhte Abnutzung durch das Einrichten der Wohnräume sahen die Richter ebenfalls nicht als gegeben an. Wird allerdings Wohnraum vertragswidrig als Gewerberaum genutzt, berechtigt dies den Vermieter wegen der erhöhten Abnutzung im allgemeinen stets zur Kündigung (OLG Köln, Az: 2 U 45 / 95).

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