Zeitung Heute : Woody politisch

Film von Woody Allen wiederentdeckt



Ein 25 Minuten langer Fernsehfilm von und mit Woody Allen aus dem Jahr 1971, der aus Furcht vor politischen Repressalien vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen der USA nie gesendet wurde, ist wiederentdeckt worden.Nach einem Bericht der "New York Times" würden einige Verantwortliche dort ihn jetzt gern ausstrahlen, sehen aber wenig Chancen für die Zustimmung Allens.Er spielt in der Pseudo-Dokumentation "Men of Crisis: The Harvey Wallinger Story" den Sicherheitsberater des damaligen Präsidenten Richard Nixon, Henry Kissinger.Der Film hätte im Wahlkampf ausgestrahlt werden sollen, der mit Nixons Erdrutsch-Wiederwahl endete, und hätte mit Sicherheit gewaltigen politischen Wirbel ausgelöst."Wallinger", der viele Kissinger-Züge trägt, behauptet darin beispielsweise, die Nixon-Ehefrau Pat habe mit ihm schlafen wollen.Er will die "New York Times" gerichtlich verfolgen, weil sie ein "New Yorker, jüdisches, kommunistisches, linksgerichtetes, homosexuelles Blatt ist - und damit ist nur der Sportteil beschrieben".Er macht Nixon und seinen damaligen Vizepräsidenten mit entlarvenden "Lobgesängen" herunter und entblößt Kissinger, indem er sich selbst als eitlen, geilen, machtbesessenen und gewissenlosen Handlanger des schurkischen Präsidenten gibt.Allen hat, nachdem er von der Nicht-Sendung des Films erfuhr, nur noch ganz selten für das Fernsehen gearbeitet und nie mehr versucht, dort politische Botschaften loszuwerden. 





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