Zeitung Heute : WOZU GIBT ES DIE RIESTER-RENTE?

Weil das gesetzliche Rentenniveau in Zukunft sinken wird, führte die rot-grüne Bundesregierung 2002 die Riester-Rente ein. Die nach dem früheren Arbeitsminister Walter Riester (SPD) benannte Rente ist eine private

Altersvorsorge
, die durch staatliche Zuschüsse und Steuervergünstigungen gefördert wird. Wer in den Genuss der Förderung kommen will, kann zwischen drei Sparvarianten wählen: einer privaten Rentenversicherung, einem Banksparplan und einem Fonds. Die Produkte müssen zuvor von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht geprüft und zertifiziert worden sein. Unter anderem müssen Anbieter garantieren, dass beim Eintritt ins Rentenalter mindestens die eingezahlten Beiträge plus die staatliche Förderung wieder herauskommt. Außerdem muss eine lebenslange Rente garantiert werden. In den Genuss der Riester-Förderung können Pflichtversicherte der Rentenversicherung, Beamte, Arbeitslose und die jeweiligen Ehepartner kommen. Nachdem die RiesterRente am Anfang von den Bürgern nur sehr zurückhaltend aufgenommen wurde, entstand zwischenzeitlich ein regelrechter Boom auf Riester-Produkte. Allein im dritten Quartal 2007 entschlossen sich nach Angaben des Arbeitsministeriums 635 000 Altersvorsorgesparer für den Abschluss einer Riester-Rente. Damit stieg die Zahl der Verträge auf 9,7 Millionen. Die staatliche Förderung besteht aus zwei Teilen: der jährlichen Zahlung einer Grund- und Kinderzulage und der Möglichkeit zum Steuerabzug. Für alle Riester- Sparer beträgt die Grundzulage inzwischen 154 Euro und die Kinderzulage 185 Euro jährlich. Für neugeborene Kinder beträgt die Zulage jetzt 300 Euro pro Jahr.

Hier zwei Fallbeispiele:

Ein Doppelverdienerpaar ohne Kinder mit einem Jahreseinkommen von 50 000 Euro – es erhält die zweifache Zulage (308 Euro). Um im Jahr auf 2000 Euro Sparvolumen zu kommen, zahlt es aus eigener Tasche 1692 Euro hinzu. An Steuern kann es außerdem 283 Euro sparen. Unterm Strich beträgt die Förderquote 30 Prozent.

Ein Paar mit einem Verdiener und zwei Kindern: Bei einem Jahreseinkommen von 25 000 Euro bekommt es 678 Euro an Grund- und Kinderzulagen. Selbst leistet es einen Eigenbeitrag von 322 Euro, um auf 1000 Euro Sparvolumen zu kommen. Unterm Strich beträgt die staatliche Förderquote hier 68 Prozent. fal

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