WRITERS IN PRISONSolidaritätsveranstaltung zum 50. Geburtstag : Wörter und Waffen

Jakob Wais

Das „Writers in Prison Committee“ formierte sich 1960 in Erinnerung an die Repressalien unter Hitler und Stalin. Es ging aus der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N. hervor. Heute ist die Organisation in 70 Ländern vertreten und veröffentlicht zweimal jährlich eine Fallliste mit den Namen verfolgter Opfer. Zu ihrem 50-jährigen Bestehen findet nun im Haus der Berliner Festspiele eine Solidaritätsveranstaltung unter dem Titel „Zeugnisse des Abgrunds – Vermächtnis eines Jahrhunderts“ statt. Schauspieler wie Iris Berben (links) und Maria Schrader (rechts) lesen aus Werken von Imre Kertész, Primo Levi, Soma Morgenstern und Warlam Schalamow – Texte, die von Hetze, Verbot und Ermordung im 20. Jahrhundert erzählen. Außerdem spricht Klaus Harpprecht über „Kein Schweigen hinter Gittern – Zum Auftrag von Writers in Prison“.

Noch immer werden weltweit Autoren wie der chinesische Schriftsteller und diesjährige Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo verfolgt – und seine Freunde dazu. Der im Exil lebende Dichter und Verleger Bei Ling, der sich nach Bekanntgabe des Preises öffentlich zu ihm bekannt hatte, wurde am 4.11. nach einem Flug von Frankfurt nach Peking von 20 schwerbewaffneten chinesischen Polizisten auf dem Flugfeld in Peking festgenommen, noch bevor er seinen geplanten Weiterflug nach Taipeh antreten konnte. Nach zwei Stunden zog man ihn in einen Lieferwagen und zwang ihn zum Rückflug nach Frankfurt. Dabei erlitt er eine schmerzhafte Zerrung der Rückenmuskulatur. Ein Koffer mit Manuskripten und literarischen Notizen wurde beschlagnahmt. Jakob Wais

Haus der Berliner Festspiele, Mo 15.11.,

20 Uhr, 10/6 €

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