Zeitung Heute : „Wulffs Schicksal in Merkels Hand“

Die Zeitungen in Deutschland wie auch im Ausland gingen am Mittwoch mit Bundespräsident Christian Wulff hart ins Gericht. Im Folgenden einige Auszüge:

„Glaubwürdigkeit war sein größtes Gut, seine Eintrittskarte ins höchste Amt des Staates. Was ist davon geblieben? Ein Mann, der sich blenden ließ von seinen reichen ,Freunden’, sich in ihrem Glanz sonnte, von ihrer Großzügigkeit profitierte. Einer, dem die Bodenhaftung verloren ging.“

Neue Presse, Hannover

„Wulffs Bekenntnisse zur Pressefreiheit entpuppen sich als leere Worte. Kein Landrat käme auf die Idee, einem Journalisten Drohungen auf die Handy-Mailbox zu sprechen.“

Rheinpfalz, Ludwigshafen

„Wer sich jetzt für Wulff ausspricht, kann leicht mit ihm untergehen. Das wissen alle Politik-Profis in Berlin, die sich jetzt sogar verleugnen lassen, wenn Journalisten sie um ihre Meinung fragen. Lieber gar nichts sagen, als das Falsche.“

Neue Westfälische, Bielefeld

„Bundeskanzlerin Merkel will wohl, pragmatisch wie immer, abklären, ob der Koalition ein Verbleiben Wulffs im Amt größeres Ungemach bereitete als seine zügige Ersetzung durch einen Kandidaten mit mehr Statur. Zu welchem Resultat sie kommen wird, ist nicht etwa ausgemachte Sache.“

Neue Zürcher Zeitung

„Die Rolle des deutschen Bundespräsidenten ist klar umrissen: Sie dürfen langweilig, müssen aber unter allen Umständen untadelig sein. Sonst taugen sie nicht zur moralischen Instanz, zum Hohepriester der Republik. Christian Wulff ist zwar langweilig, aber trotzdem keine gute Wahl. Im Vergleich zu seinem Gegenkandidaten, dem ehemaligen DDR-Dissidenten Joachim Gauck, fehlte dem streberhaften CDU-Parteisoldaten von Anfang an das Format. Dieser Eindruck bestätigt sich nun. Wulff ist nicht ins Amt gewachsen, sondern darin weiter geschrumpft.“

Die Presse, Wien

„Wulffs Schicksal liegt in den Händen von Angela Merkel.“

Le Figaro, Paris

„Es drängen sich aber nicht nur Fragen an Wulff auf. Warum landet etwa der vertrauliche Inhalt der Wulff’schen Anrufe bei interessierten Medien, die nicht zum Springer-Konzern gehören? Wer betätigt sich hier als Strippenzieher? Antworten fehlen noch.“

Neue Osnabrücker Zeitung Tsp

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