Zeitung Heute : Wunschlos wohnen

Die meisten Menschen wollen im Alter in den eigenen vier Wänden leben – doch es gibt Alternativen

Silke Zorn

Altersheime sind out – das geht aus einer aktuellen Studie im Auftrag der Allianz Lebensversicherung hervor. Nur 47 Prozent der Befragten konnten sich vorstellen, dort ihren Lebensabend zu verbringen. Die überwiegende Mehrheit der Umfrageteilnehmer möchte im Alter weiterhin in den eigenen vier Wänden wohnen und dort betreut werden. Doch auch innovative Wohnformen sind im Kommen, etwa Generationenhäuser oder Senioren-Wohngemeinschaften. Ein kleiner Überblick über Orte, an denen man alt werden kann:

Zu Hause mit ambulanter Pflege

In der gewohnten Umgebung leben, so lange es geht – das wünschen sich die meisten älteren Menschen. Wer zu Hause nicht mehr allein zurecht kommt oder regelmäßig medizinisch versorgt werden muss, kann Unterstützung durch ambulante Pflegedienste erhalten. Die zu erbringenden Leistungen können dabei individuell vereinbart werden. Es gibt Hilfe im Haushalt und bei der Körperpflege, Versorgung bei Krankheit, aber auch soziale Dienste, Begleitdienste oder Essen auf Rädern.

Senioren- oder Altenwohnheime

In Seniorenwohnheimen leben ältere Menschen in eigenen Apartments, in denen sie selbst ihren Haushalt führen. Voraussetzung: Sie müssen gesund und rüstig genug sein, um im Alltag grundsätzlich allein zurecht zu kommen. Bauweise und Ausstattung der Heime sind in der Regel auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten. Wer Lust auf Gesellschaft hat, kann oft gemeinsame Speise- und Aufenthaltsräume nutzen. Darüber hinausgehende soziale Betreuung oder medizinische Pflege sind aber nicht die Regel.

Betreutes Wohnen

Eine Alternative zum Seniorenwohnheim kann das Betreute Wohnen sein. Wichtigster Unterschied: Während es in Wohnheimen in der Regel keine besonderen Serviceleistungen gibt, die über die Unterbringung hinausgehen, kombiniert man hier das selbstständige Wohnen in altersgerechten Selbstversorger-Apartments mit weiteren medizinischen und sozialen Dienstleistungen. Diese variieren je nach Wohnanlage und gehen von bloßen Hausmeisterdiensten über Verpflegung, soziale und kulturelle Angebote bis hin zu Unterstützung im Haushalt und zahlreichen Pflegeleistungen.

Senioren- oder Altenheime

Den Haushalt alleine führen, einkaufen, kochen, putzen – wer hierzu nicht mehr in der Lage, andererseits aber auch noch nicht dauerhaft pflegebedürftig ist, kann in ein Seniorenheim ziehen. Bewohnt werden Einzel- oder Mehrbettzimmer – im Gegensatz zu den Apartments eines Seniorenwohnheims oder einer Anlage des Betreuten Wohnens allerdings ohne eigene Küche, denn um die Verpflegung kümmert sich die Einrichtung. Außerdem werden bei Bedarf Leistungen der so genannten Grundpflege erbracht, zum Beispiel Hilfe beim Waschen, Anziehen, Essen oder Bettenmachen.

Pflegeheime

Bei manchen Menschen ist es ein langsamer Prozess, bei anderen geschieht es schlagartig, fast über Nacht – Alter, Krankheit oder eine Behinderung führen dazu, dass man rund um die Uhr auf fremde Hilfe angewiesen ist – eine Unterstützung, die in den eigenen vier Wänden oder vielen anderen Wohneinrichtungen nicht mehr möglich ist. So genannte vollstationäre Pflege bieten Pflegeheime an. Ihre Bewohner werden komplett versorgt und Tag und Nacht betreut. Die Unterbringung erfolgt je nach Heim in Einzel- oder Mehrbettzimmern.

Neue Wohnformen

Wer auch im Alter noch fit, neugierig und experimentierfreudig ist, für den könnten alternative Wohnformen genau das richtige sein. Jung und alt unter einem Dach – das ist das Konzept so genannter Generationenhäuser. Seniorenwohnungen entstehen Tür an Tür mit Kindergärten, Einrichtungen für allein erziehende Mütter oder Jugendliche, Veranstaltungs- oder Begegnungszentren. Die Idee, die dahinter steckt: Jung und Alt sollen sich austauschen, einander helfen, voneinander lernen. Noch einmal wie zu Studentenzeiten das WG-Leben genießen: Das machen innovative Senioren-Wohngemeinschaften möglich. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer oder eine eigene Wohnung. Doch auch das Miteinander wird großgeschrieben. Man hilft sich gegenseitig bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit, organisiert Ausflüge und andere gemeinsame Aktivitäten und verwaltet das Anwesen in der Regel völlig eigenständig.

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