Zeitung Heute : "WWWappentier": Name gesucht

Hendrik Vöhringer

Der Bundesadler, der staatstragend und ein wenig bleiern im Bundestag hängt, hat einen animierten und etwas flinkeren Bruder bekommen: Natürlich im Internet. Mit blauem Gefieder und gelben Schnabel surft das so genannte "WWWappentier" des "Aktionsprogramms Innovation und Arbeitsplätze in der Informationsgesellschaft des 21.Jahrhunderts" der Deutschen Bundesregierung jetzt durchs weltweite Datennetz. Allein der Name der dreidimensionalen Neuschöpfung fehlt noch.

Der Sprecher der Bundesregierung Uwe-Karsten Heye stellte am Dienstag den Namenswettbewerb "Name IT - Win IT" vor. Gesucht wird bis zum 28. Februar ein origineller Name für den virtuellen Adler. Dabei scheut die Bundesregierung keine Mühen und Kosten, um eine möglichst breite Aktzeptanz für die Aktion zu erreichen. In einem 27 Sekunden langen Kinospot (Kosten: 1,1 Millionen DM) und mit über 7,5 Millionen Postkarten (600 000 DM) wird die Bevölkerung dazu aufgerufen, an dem Wetbewerb teilzunehmen.

"Für den Kinospot haben wir uns von einer Behörde zu einer Kreativabteilung entwickelt", kündigt Heye den kurzen Werbefilm an, der auch im Internet abgerufen werden kann. Der ist denkbar einfach: Aus einem Meer von digitalen Nullen und Einsen wird eine riesige Welle, auf der die "Symphatie tragende Animationsfigur" (Heye) mutig aber sicher mit seinem Board surft.

Die Postkarten, die überall kostenlos ausliegen, sollen den Inhalt der Kampagne klar machen. "Die Zukunft ist wwweiblich", "Links haben Vorfahrt" oder ".com schon, Deutschland" heißen die Schlagwörter der Karten. Aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Sport und Unterhaltung ist die Jury zusammengewürfelt. Neben Staatsminister Hans Martin Bury finden sich unter anderem auch Paulus Neef, Geschäftsführer der Pixelpark AG, der TV-Moderator Kai Pflaume, Werbetexter und Tagesspiegel-Kolumnist Reinhard Siemes und Radprofi Erik Zabel in dem Gremium wieder. Der Gewinner des Wettbewerbs wird mit einem Laptop belohnt und darf zusammen mit Bundeskanzler Schröder den neuen Namen zum Auftakt der CeBIT 2001 in Hannover bekannt geben. Der Wettbewerb richtet sich vor allem an die Jugend. Für die beste Idee einer Schulklasse gibt es vier vernetzte PC mit Internetanschluss. Aber auch die Netzgemeinde soll nicht leer ausgehen. Ab dem 1.März kann sie über E-Mail ihren Favoriten bestimmen. Der Gewinner erhält einen Sonderpreis.

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