ZAHLEN UND FAKTEN : Das Angebot in Berlin und Brandenburg

Helfende Hände.
Helfende Hände.

Heimbewohner:

Rund 2,4 Millionen Deutsche sind pflegebedürftig – in der Hauptstadt sind es 108 000 Menschen, in Brandenburg 96 000. In Berliner Pflegeheimen leben mehr als 27 000 Menschen, in den Brandenburger sind es 22 000.

Pflegekosten: Nach Angaben des Barmer-Pflegereports liegen die Pflegekosten für Frauen im Durchschnitt bei rund 84 000 Euro. Männer verursachen wegen der oft geringeren Lebenserwartung im Schnitt 42 000 Euro.

Die stationäre Versorgung ist die teuerste Form. Nach Auswertung des „Pflegeheimführer Berlin und Brandenburg 2013“variieren die Kosten für einen Pflegeheimplatz in der Region stark. Während Berliner im Durchschnitt monatlich rund 1700 Euro als Eigenanteil für die Pflegestufe II beisteuern, zahlen die Bewohner in Heimen des Umlandes nur rund 1200 Euro. Das günstigste Pflegeheim Brandenburgs bietet Heimplätze in der Pflegestufe II bereits für 894 Euro Zuzahlung an. Das teuerste Heim Berlins lässt sich seine Dienstleistungen mit knapp 3000 Euro Zuzahlung vergüten.

Platzzahl: Auch in der angebotenen Platzzahl unterscheiden sich die Pflegeheime stark. Kleine Villen beherbergen nur zehn Menschen, große Wohnanlagen bis zu 350 Bewohner.

Spezialisierung: Der Preis ist auch davon abhängig, wie gut die Einrichtungen auf eine besondere Klientel spezialisiert sind und dafür zum Beispiel extra geschultes Personal beschäftigen. 67 der im Pflegeheimführer von Tagesspiegel und Gesundheitsstadt Berlin gelisteten 390 Häuser sind auf Demenzerkrankte spezialisiert, 13 Einrichtungen auf Menschen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen, nur acht Heime auf Wachkomapatienten, vier auf Langzeitbeatmete und sechs Pflegeheime auf die Betreuung Suchtkranker.

Qualität: Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) prüft die Heime und vergibt Schulnoten für die Qualität. Im Landesdurchschnitt erhielten die Berliner Heime die Gesamtnote 1,2. Von den 390 Heimen im Pflegeheimführer erhielten 360 eine Gesamtnote “sehr gut“, nur 30 eine 1,5 oder schlechter. Bedeutet das, dass mehr als 90 Prozent der regionalen Einrichtungen tatsächlich eine „sehr gute“ Pflege anbieten? Kritiker sagen, nein. Denn die Gesamtwertung ist ein Durchschnitt von mehr als 80 gleich gewichteten Einzelnoten, die für die Qualität der Pflege aber höchst unterschiedliche Bedeutung besitzen (siehe oben). Deshalb ist die Aussagekraft der MDK-Prüfungen umstritten. Das System soll deshalb überarbeitet werden. I.B., fp

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