Zeitung Heute : Zentralrat der Juden erhält neue Spitze

Frankfurt am Main - Der Zentralrat der Juden in Deutschland steht vor einer historischen Zäsur. Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch erklärte am Sonntag in Frankfurt, sie werde bei der Neuwahl im November nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stehen und so „bewusst einen Generationenwechsel herbeiführen“. Damit wird der Zentralrat aller Voraussicht nach künftig erstmals von einer Person geführt, die den Massenmord an den europäischen Juden nicht mehr selbst miterlebt hat. Als Knobloch-Nachfolger wird der bisherige Zentralrats-Vizepräsident Dieter Graumann gehandelt. Die 77-jährige Knobloch hatte sich bei einer Sitzung des Direktoriums vor Vertretern der Landesverbände und der großen Gemeinden zu ihrer Zukunft geäußert. Dem Gremium gehören 34 Mitglieder an. Knobloch wurde nachgesagt, dass sie im engeren Führungskreis des Verbandes keinen Rückhalt mehr hat. Sie war nach dem Tod von Paul Spiegel im Juni 2006 an die Spitze gerückt. dpa

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