Zeitung Heute : Zorn, und wie der Verwalter ihn in Worte fasste - bevor das Landgericht dies sanktionierte

Antwort an einen Mieter[Be],der den Verwalter bat[Be]

Antwort an einen Mieter, der den Verwalter bat, Beleidigungen zu unterlassen:

"Wir können Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, dass Ihre Zuschrift sich sofort auf den ersten Platz unseres Kuriositätenkabinetts der Mieterzuschriften katapultiert hat. Wir gehen davon aus, dass Sie Ihr Schreiben selbst nicht ernst nehmen."

Reaktion im Streit um Mietrückstände:

"Sie haben, wie wir es von Ihnen gewohnt sind, wieder einmal schamlos gelogen."

"Ferner werden wir gegen Sie unnachsichtig zwangsvollstrecken und Ihren gesamten Besitz, sofern hier von Wertigkeit gesprochen werden kann, zwangsversteigern lassen."

Aussagen über eine Mieterin, die Handwerker mit der Beseitigung von Wohnungsmängeln beauftragte:

"Keinesfalls wird es noch einmal hingenommen, dass Mieter, deren Querulatorik seit Jahren unangenehm auffällig ist, in verbotener Eigenmacht Handwerkeraufträge zu Lasten der Vermieterin erteilen."

Antwort auf den Widerspruch einer Mieterin gegen eine Erhöhung des Zinses:

"Anscheinend glauben Sie ernsthaft, eine Komfortwohnung in bester charlottenburger Wohnlage zum Mietpreis einer schlechtlagigen Hinterhofklitsche nutzen zu können. Dieser impertinenten Illusion werden wir einen rechtlichen Riegel vorschieben."

Streit mit dem Mieterverein über eine vorgelegte Vertretungs-Vollmacht:

"Ihr Unvermögen, unsere begründete Forderung bezüglich Ihrer Vertretungsberechtigung wird nur noch von Ihrer zur Schau gestellten Inkompetenz übertroffen. (sic!) Ihre die Vollmacht betreffenden Ausführungen weisen wir als dummdreisten Versuch zurück, Ihnen genehme Tatbestände durch ständige Widerholung (sic!) zu schaffen."

Übliche Formulierungen im Schriftverkehr mit dem Mieterverein (1):

"Ihre vereinstypische unterstellende Polemik im zweiten Absatz Ihres Elaborates bestätigt uns erneut, dass einzig und allein Sie die Konfrontation suchen und dabei eine schon erschreckende Ahnungslosigkeit und Unkenntnis demonstrieren. In einem Vermieterverein würden Sie nach unserer Meinung nur zur Aktenpflege geeignet sein."

Übliche Formulierungen im Schriftverkehr mit dem Mieterverein (2):

"Ihr mietervereinstypische Unsinn wird Frau X. noch beträchtliche Kopfschmerzen verursachen. Anscheinend üben Sie sich wieder in mietervereinstypischer Manier der versuchten Tatsachenverdrehung."

Schimpfen verboten!

So urteilten Amts- und Landgericht über diese streitbaren Umgangsformen. Die Richter verurteilten den Autor dieser Zeilen, Beschimpfungen dieser Art künftig zu unterlassen. Das Urteil des AGs Charlottenburg trägt das Aktenzeichen 5cC501/00, die Berufung ist beim LG abgelegt unter 52 S185/01.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben