Zeitung Heute : Zu kurz geschossen

Der Tagesspiegel

Von Stephan Brause

Frankfurt (Main). Das konnte ja nichts werden. Ein Eröffnungsspiel mit Peter Vaas an der Seitenlinie, das muss einfach verloren gehen. Schließlich hat der Headcoach von Berlin Thunder in seiner langen Karriere als hauptverantwortlicher Trainer noch nie das erste Spiel der Saison gewonnen. In zehn Versuchen setzte es für seine Mannschaften neun Niederlagen, einmal reichte es wenigstens zu einem Unentschieden. Und so war es eigentlich nur wenig verwunderlich, dass auch der elfte Anlauf danebenging. Zum Auftakt der neuen Saison der NFL Europe verlor der Titelverteidiger aus Berlin bei der Frankfurt Galaxy nach Verlängerung mit 24:27 (24:24/10:14). „Durch diese Niederlage geht für uns die Welt nicht unter“, sagte Vaas.

Ärgerlich war die Niederlage aber allemal, denn es wäre für die Berliner ein Leichtes gewesen, ihrem Trainer den ersten Auftaktsieg seiner Karriere zu bescheren. Nur 47 Yards trennten Thunder vom Erfolg. Doch Kicker Danny Boyd, der zuvor bereits bei drei Fieldgoal-Versuchen gescheitert war, versagten vier Sekunden vor Ende die Nerven. Sein Schuss geriet zu kurz, die Partie ging in die Verlängerung, und in der brachte ein Fieldgoal des Schweden Ola Kimrin die Entscheidung zu Gunsten der Gastgeber.

„Danny ist ein guter Kicker. Er weiß das, und deshalb wird er auch zurückkommen und wieder gut spielen“, sagte Vaas. „Er weiß selbst, dass er heute Abend nicht gerade glücklich gespielt hat.“ Allerdings seien die Spieler die Atmosphäre in Europas Stadien noch nicht gewohnt. „Die sind erst seit zehn Tagen in Deutschland“, sagte Vaas.

Noch nie in der neunjährigen Geschichte der NFL Europe ist es einem Team gelungen, seinen Titel zu verteidigen. Ob das die Berliner schaffen, ist nach der Niederlage zum Auftakt zwar fraglich, allerdings zeigten die Gäste, bei denen Antico Dalton mit einer schweren Gehirnerschütterung ausschied, dass sie durchaus das Zeug dazu haben. „Berlin hat wirklich eine sehr gute Mannschaft“, sagte auch Galaxy-Coach Douglas Graber. Vor allem in der Offensive zeigte Thunder eine ansprechende Leistung. Allen voran Kenny Christian. Der Wide Receiver hatte mit zwei Touchdowns nach Pässen von Quarterback Todd Husak maßgeblichen Anteil daran, dass Berlin zu Beginn des Schlussabschnitts bei einer 24:14-Führung wie der sichere Sieger aussah. Dass seine Mannschaft trotzdem mal wieder das erste Spiel vergeigt hatte, konnte den Berliner Coach nicht sonderlich beunruhigen. „Ich habe zwar zu Beginn immer verloren und dennoch drei Meisterschaften gewonnen.“

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