Zeitung Heute : Zu neuen Ufern aufbrechen

Wie ein Partygänger Berlin erleben kann

Daniel Haaksman

Vor einigen Wochen habe ich es Ihnen ja bereits prophezeit: Im Herbst wird es Bewegung geben im Berliner Clubleben. Und tatsächlich: Jetzt welken die Blätter, und es vergeht kaum eine Woche, in der man nicht den Premierenabend eines neuen Clubs besuchen kann. Erst das WMF in der Karl-Marx-Allee, dann das Maria im ehemaligen Deli, und jetzt öffnet morgen ein weiterer Club seine Türen: Das Watergate. In Kreuzberg! Über die Qualität des Namens kann man sich streiten, aber für einen Club, der sich direkt am Wasser, in diesem Falle an der Spree befindet, ist Watergate schon irgendwie okay. Und vielleicht kann der Club ja auch das lang erwartete Gate nach Kreuzberg werden, dort wo schon seit Jahrhunderten keine nennenswerten Clubs mehr zu besuchen waren.

Name hin oder her: Wahrscheinlich ist, dass das Watergate für das Berliner Party-Wochenende eine wirkliche Bereicherung sein wird. Vor allem musikalisch. Freitags ist das aus dem alten WMF bekannte „Hard:Edged“-Team mit Drum ’n’ Bass am Start, und Samstags entgegnet man musikalisch dem Elektro- und Techno-Diktat die schlichte Frage „Berlin: What Is Soul?“. Das heißt, samstags ist im Watergate seelenvolle Musik zu hören, zeitgenössische Entwürfe von Soul, Hip Hop, Deep House, R ’n’ B und Reggae, und alles, was sich musikalisch dazwischen bewegt. Dass damit dann auch endlich mal wieder so was wie Eleganz, Tiefe und Sexyness an einem Samstag Abend in Club-Berlin zu genießen sein dürften, ist ziemlich wahrscheinlich. Das lässt sich schon an der Liste der Resident-DJs ablesen, die die beiden Tanzflächen im Watergate musikalisch betreuen: DJ Dixon, ehemaliger WMF-Resident DJ und zweifelsohne einer der besten Deep House-DJs weit und breit, betreut Tanzboden Nummer eins. Die DJs Cornelius Tittel und Johannes Braun, die funky Allerlei unter 100 Beats per Minute zum Besten geben, betreuen Floor Nummer zwei.

Wo genau sich die beiden Tanzflächen befinden und wie es im Watergate im Detail aussieht, kann ich Ihnen leider nicht sagen (ich bin selbst noch nicht dort gewesen), aber DJ Dixon hat mir erzählt, es gäbe: „Eine fette Anlage, zwei tolle Bars, einen wunderschönen Blick, richtige Wasserhähne auf den Toiletten, aus denen durstige Tänzer trinken können.“ Und in den nächsten Monaten gibt es eine ganze Anzahl Gäste, wie zum Beispiel die DJs King Britt, Roots Manuva, Tom Middleton oder DJ Spinna. Die DJ-Namen müssen Ihnen jetzt nichts sagen, aber das sind alles hochkarätige Plattendreher, die man sonst in der Stadt nicht so häufig zu sehen und zu hören bekommt. Morgen werden Sie erst einmal von den oben genannten Resident-DJs verwöhnt. Also: Ab ins Watergate. Dann können Sie Ihren Freunden nicht nur erzählen, dass Sie in einem heißen neuen Club waren, sondern auch, dass Sie mal wieder in Kreuzberg gefeiert haben.

Watergate Club mit den DJs Dixon, Johannes Braun, Cornelius Tittel, Falbenhennenstraße 49, Kreuzberg, Samstag, ab 23Uhr.

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