Zeitung Heute : Zu Nofretete joggen

Klettern und Kite-Surfen, Konzerte und Kunst: Wie Studenten im Sommer Körper und Geist trainieren

Tilmann Warnecke

Wenn das Sommersemester beginnt, setzen sich die Studenten in Bewegung: Sie holen ihr Rad aus dem Keller, um zum Seminar zu fahren, oder rollen auf Inline-Skates in die Vorlesung. Laufbegeisterte treffen sich vor dem ersten Veranstaltungsblock zur ersten Joggingrunde im Park. Denn nichts motiviert auch Sportmuffel so sehr wie die ersten Sonnenstrahlen: Im Freien den Körper zu trainieren, macht schließlich immer noch am meisten Spaß.

Ob einfaches Joggen, trendiges Kite-Surfen oder aufregendes Outdoor-Klettern: Rund um die Technische Universität gibt es unzählige Möglichkeiten, fit in den Sommer zu starten. Sportbegeisterte laufen durch den Tiergarten oder den Park am Schloss Charlottenburg. Naturverbundene Schwimmer springen wagemutig schon im Frühsommer in den kühlen Plötzensee. Nicht weit von dem Weddinger Freibad entfernt in der Chausseestraße (Mitte) pritschen und baggern Beach-Volleyballer auf einer großen Strandanlage. Beach-Soccer und Beach-Handball kann man dort ebenfalls spielen.

Den meisten fällt es allerdings schwer, sich alleine zum Sport aufzuraffen. Wer lieber in der Gruppe Sport treibt, belegt Kurse des TU-Hochschulsports. Als einzige Berliner Universität glänzt die TU mit einer Inline-Skater-Halle in der Franklinstraße. Auf 900 Quadratmetern können Studenten dort lernen, unfallfrei vorwärts und rückwärts zu gleiten und ihre Technik zu verfeinern. Oder „sie toben sich einfach aus“, wie Doris Schmidt, Leiterin des TU-Hochschulsports sagt. Sie weiß auch: „Hier machen sich viele für die Freiluftsaison fit.“

Tennis spielen Studenten auf TU-eigenen Plätzen ebenso wie Beach-Volleyball. Am Wassersportzentrum am Stößensee können Bootsliebhaber Ruderboote und Kajaks ausleihen, um über die Berliner Gewässer zu paddeln. Selbst Joggen müssen die Studierenden nicht allein. Im Grunewald trifft sich regelmäßig eine TU-Joggergruppe, um gemeinsam den inneren Schweinehund zu überwinden. In den Sporturlaub können Studenten ebenfalls gemeinsam fahren. Zum Kite-Surfen auf Rügen, oder zum Klettern im Elbsandsteingebirge und im Harz.

Dass ein gesunder Körper und ein gesunder Geist zusammengehören, machte Turnvater Jahn im 19. Jahrhundert klar. Nur wenige wissen allerdings, dass bereits der antike Dichter und Satiriker Juvenal die römische Jugend darauf hinwies. „Wenn doch ein gesunder Geist in einem gesunden Körper wäre“, warnte Juvenal vor einseitiger körperlicher Belastung.

Auch für das Training des Geistes außerhalb des Seminarraums bietet die Gegend um die TU genügend Gelegenheit. Nur Kulturbanausen nutzen die Gegend rund ums Schloss Charlottenburg ausschließlich zum Joggen. Schräg gegenüber im Ägyptischen Museum steht schließlich die berühmte Büste der Nofretete. Kunstliebhaber pilgern in die Sammlung „Picasso und seine Zeit“ im Museum Berggruen.

Während Cineasten im einzigen eintrittsfreien Freiluftkino in der Kulturfabrik Klassiker der Filmgeschichte gucken, müssen Theater- und Opernliebhaber auch bei sommerlichen Temperaturen unters Dach. In die Schaubühne am Lehniner Platz pilgern Liebhaber des zeitgenössischen Theaters genauso wie Tanz-Fans. Das Musik- und Tanz-Programm der Deutschen Oper ist eher klassisch.

Wer es lieber laut und krachend mag, besucht ein Konzert in der Waldbühne. Spätestens wenn die Berliner Band „Die Ärzte“ ihren Hit „Mach die Augen zu und küss mich!“ singen, lernt man sicherlich einen netten Sommerflirt kennen. Den kann man gleich in einem der schönsten Berliner Biergärten fortsetzen. Im Schleusenkrug im Tiergarten sitzen Studenten jeden Abend bis tief in die Nacht: Bei einem kühlen Bier unter freiem Himmel entspannen Körper und Geist bekanntlich am besten.

Der Hochschulsport im Internet:

www.tu-berlin.de/sport

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