Zeitung Heute : Zukunftsmanagement: Die sich selbst erfüllende Prophezeihung

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In fixierten Bahnen zu denken oder sich auch nur am Gewohnten zu orientieren, kann lebensgefährlich werden. Das Schicksal eines kalifornischen Eisenbahnarbeiters illustriert die Gefahren eines Denkens, das sich unhinterfragt an Erfahrungswissen orientiert: Der Eisenbahnarbeiter wurde beauftragt, Fracht in einem Kühlcontainer zu kontrollieren. Während er die Ladung überprüfte, schlossen sich durch einen dummen Zufall die Türen. Er war gefangen. Am Schichtende wurde der Arbeiter gesucht und gefunden. Er lag tot im Container. An den Wänden stand: "Niemand hat meine Hilferufe gehört. Meine Hände und Füße werden immer kälter. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte".

Weniger situationsbefangen denkend hätte er noch lange ausgehalten. Der Container stand ausrangiert auf einem Nebengleis, weil die Kühleinheit ihren Geist aufgegeben hatte. Draußen herrschten freundliche 25 Grad. Die Temperatur im Container war zwar niedriger, aber meilenweit weg vom Gefrierpunkt. Es fehlte auch nicht an Sauerstoff. Die Umstände konnten den Arbeiter folglich nicht umbringen. Das erledigte er selbst. Er starb an seiner Einbildung, erfrieren zu müssen. Psychologen nennen das Self-fulfilling-prophecy, sich selbst erfüllende Vorhersage. Kommentar des Wiener Coaching-Experten Ferry Fischer zu der tragischen Geschichte: "Was wir von der Welt mit unseren Gedanken erwarten, kommt garantiert zurück. Ob Sie Erfolg haben oder nicht, bestimmt sich durch das, was Sie denken. Was Sie denken, sind Sie. Und was Sie sind, strahlen Sie aus!

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