Zeitung Heute : Zurückbesonnen: Bentley startet wieder in Le Mans

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Beim Namen Bentley denken die meisten zuerst an noble und exklusive Luxuslimousinen. Und die waren es schließlich auch, die das Bild der Marke in den letzten Jahrzenten prägten, als Bentley die zweite Marke von Rolls-Royce war. So reagierten viele überrascht, als Bentley soeben ankündigte, in diesem Jahr bei den 24 Stunden in Le Mans an den Start zu gehen. Doch Bentley und Sportwagen, das scheint nur auf den ersten Blick nicht zusammen zu passen. Denn blickt man zurück auf die Anfänge der 1919 von William Owen Bentley gegründeten Marke, dann stößt man schnell auf leistungsstarke Sportwagen.

Bereits der von 1921 an in kleiner Serie gebaute Bentley machte sich schnell einen Namen als perfekter und schneller Tourenwagen. Siege in der Tourist Trophy und allein sechs erste Plätze bei den 24 Stunden von Le Mans zwischen 1924 und 1930 machten Bentley binnen kurzer Zeit als besonders erfolgreiche Sportwagenmarke berühmt. Doch leider hatte Bentley Probleme mit den Finanzen und musste sein Werk verkaufen. Rolls-Royce griff 1931 zu und machte Bentley zur zweiten Marke des Hauses, die fortan die mehr sportliche Komponente im Programm seiner Luxuslimousinen repräsentierte.

Wenn Bentley nach sich nun nach 70 Jahren wieder im internationalen Rennsport zurück meldet, dann knüpft die Marke damit nach extrem langer Pause konsequent an dem Punkt an, wo sie einst als selbstständige Marke aufhörte. Das ist zugleich Ausdruck neu gewonnener Selbstständigkeit. Denn als Luxusmarke gehört Bentley seit einigen Jahren unters VW-Dach. Dort findet sich derzeit auch noch Rolls-Royce. Aber diese Marke kommt nach den derzeitigen Verträgen 2003 als künftige Spitzen-Marke der BMW-Group unter BWM-Regie.

Bei Volkswagen ist man entschlossen, an die sportlichen Wurzeln der Bentley-Tradition anzuknüpfen. Für den ersten Le-Mans-Auftritt hat man inzwischen den Prototypen Bentley EXP Speed 8 auf die Räder gestellt. Das ist ein geschlossener GTP-Prototyp, der zum größten Teil aus Kohlefaser gefertigt ist und von Racing Technology Norfolk (RTN) für Bentley gebaut wurde. Angetrieben wird er von einem mehr als 442 kW (600 PS) leistenden 3,6-Liter-V8-Biturbo, der aus dem Motor entwickelt wurde, mit dem Audi im vergangenen Jahr in Le Mans siegte.

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