Zeitung Heute : Zuwanderung soll Wirtschaft stärken

Berlin - Durch eine kontrollierte Auswahl hochqualifizierter Einwanderer könnte das Wirtschaftswachstum in Deutschland deutlich steigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Kämen jährlich 100 000 gut ausgebildete Personen mehr nach Deutschland, könnte das Bruttoinlandsprodukt innerhalb von zehn Jahren um 34 Milliarden Euro wachsen, 2007 betrug es 2 423 Milliarden Euro. Das IW schlägt vor, für die Auswahl der Einwanderer ein Punktesystem einzuführen.

„Die bisherige Zuwanderungspolitik rückt die Qualifikation der Zuwanderer nicht in den Mittelpunkt“, kritisierte IW-Direktor Michael Hüther. Dabei herrsche in Deutschland Fachkräftemangel. Im Jahr 2006 blieben insgesamt 165 562 Stellen für hochqualifizierte Arbeitsplätze unbesetzt. Die gezielte Einwanderung besonders ausgebildeter Menschen, könne dem abhelfen. Derzeit liegt der Anteil der hochqualifizierten Immigranten in Deutschland bei rund 19 Prozent, in Irland sind es 45, in Kanada 46 Prozent. Die Gesamtzahl der Einwanderer nach Deutschland betrug 2006 rund 558 000.

Hüther plädierte für eine Reform des Zuwanderungsgesetzes und sagte, bei einem Punktesystem für die Auswahl von Einwanderern sollten Bildung, Gesundheitszustand, Einkommen und Integrationsfähigkeit eine Rolle spielen. Deutschkenntnisse seien wichtig, sollten aber nicht unbedingte Voraussetzung sein. Über ein Punktesystem wird seit Jahren diskutiert. Zuletzt hatte sich Ende Mai im Bundestag eine rot-gelb-grüne Mehrheit dafür ausgesprochen. Union und Linkspartei sind strikt dagegen. tja

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben