Zeitung Heute : ZWEI DEUTSCHE HOOLIGANS VERURTEILT: Kein Problem für die WM 2006

PARIS .Nach den Ausschreitungen am Prinzenparkstadion in Paris sind zwei deutsche Hooligans verurteilt worden.Sie erhielten Haftstrafen von je drei Monaten.Vier weitere Randalierer sollten abgeschoben werden, teilte ein Sprecher der deutschen Botschaft in Paris mit.Die sechs Gewalttäter gehörten zu einer Gruppe von rund 300 Fans ohne Karten, die vor dem Spiel Deutschland - USA am Montag abend Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen hatten.Es soll sich nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) um Angehörige aus dem harten Kern der deutschen Hooligan-Szene gehandelt haben.

Der neue Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, Joseph Blatter, äußerte die Hoffnung auf ein Ende der Krawalle."Ich bin sicher, daß es von heute an kein Problem mit Hooligans mehr geben wird", sagte Blatter.Die Ausschreitungen hätten keine negativen Auswirkungen auf die WM-Kandidaturen Englands und Deutschlands."Was in Frankreich passiert, hat keinen Einfluß auf 2006", sagte Blatter auf die Frage nach den Krawallen englischer Hooligans in Marseille und wies gleichzeitig auf die deutschen Randalierer in Paris hin: "Auch Hooligans aus Deutschland sind verhaftet worden." Die Vorkommnisse seien kein nationales Problem."Die Störungen haben nichts mit dem Fußball zu tun, und der Fußball wird immer stärker bleiben", sagte Blatter.Der DFB will sich wie England sowie Brasilien und Argentinien, Südafrika, Marokko, Ägypten und Nigeria um die Organisation der Titelkämpfe im Jahre 2006 bewerben.Auch Australien soll Interesse angemeldet haben.Bereits am Dienstag hatte der britische Premierminister Tony Blair angekündigt, die englische WM-Bewerbung werde trotz der Ausschreitungen der Hooligans in Marseille aufrechterhalten.

Nach den schweren Krawallen in Marseille vom Sonntag und Montag wurden 102 Ermittlungsverfahren eingeleitet, die Hälfte davon gegen Engländer.30 polizeibekannte Hooligans sollten zumindest bis zum Ende der Fußball-Weltmeisterschaft am 12.Juli in Gewahrsam bleiben oder ausgewiesen werden, teilte der zuständige Präfekt Jean-Paul Proust mit.

Die Polizei hat bei den Ausschreitungen auch zahlreiche Jugendliche aus den Vorstädten von Marseille festgenommen, die sich in die Schlachten englischer und tunesischer Fans eingemischt hatten.Für die nächsten Spiele der englischen Mannschaft am 22.Juni in Toulouse gegen Rumänien und am 26.Juni in Lens gegen Kolumbien wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.In Marseille wurde auch für das kommende Wochenende eine frühere Schließung der Gaststätten angeordnet.

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