Zeitung Heute : Zweijahreskurs der Duke University in Frankfurt (Main) vermittelt US-Know-How für Jungmanager

Charlotte Schmitz

Die US-amerikanische "Duke University - Fuqua School of Business" bietet vom August 2000 an den zweijährigen Studiengang Master of Business Administration in Frankfurt am Main an. Er richtet sich an junge Manager mit zwei bis acht Jahren Berufserfahrung. Die Seminare in Frankfurt werden ergänzt durch Internet-Lehrgänge. Als eine der ersten amerikanischen Business-Schools wagt die Duke University den Sprung über den großen Teich. Der geplante MBA trägt den Titel "Cross Continent Program". "Wir haben uns für Frankfurt entschieden, weil diese Stadt eines der weltgrößten Wirtschafts- und Finanzzentren ist", begründete Thomas F. Keller, zukünftiger Akademieleiter, die Standortwahl.

Der neue Studiengang wurde in einer aufwendigen Präsentation der Öffentlichkeit vorgestellt. In einer satellitenübertragenen Videokonferenz äußerten sich die Initiatoren in Frankfurt, New York und Durham, dem Sitz der Duke University. Der MBA- Studiengang richtet sich an Manager internationaler Unternehmen. Der Lehrplan nimmt Rücksicht auf die vielfältigen Verpflichtungen der Nachwuchskräfte: Von insgesamt 20 Monaten Ausbildung finden nur neun Wochen lang Seminare in Frankfurt statt. Auf eine einwöchige Vorlesungsreihe in der Mainmetropole folgt jeweils ein sechswöchiges Fernstudium per Internet, bei dem alle Studenten weltweit in virtuellen Teams zusammenarbeiten. Entsprechend schlank kann die Struktur des Campus in Frankfurt gehalten werden: Die Kurse finden in der Nähe des Flughafens statt, die Zusammenarbeit mit den dortigen Großhotels ist bereits vereinbart. Lediglich für die Verwaltung des europäischen Ablegers werden Räume im Herzen Frankfurts gemietet.

Werner Seifert, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse und im Kuratorium der Duke-University bezeichnete den MBA-Studiengang als ideale Ergänzung zum Angebot der deutschen Hochschulen. Der Vorsitzender des Kuratoriums, der Chef der Deutschen Bank, Rolf E. Breuer, hob hervor, dass aus Sicht eines globalen Unternehmens wie der Deutschen Bank immer noch ein Mangel an finanztechnischem Wissen in Europa zu beklagen sei.

Zugangsvoraussetzungen für das Postgraduierten-Studium an der neuen Hochschule sind ein Hochschulabschluss oder ein Vordiplom plus einem weiteren Jahr an einer deutschen Uni sowie zwei bis acht Jahre Berufserfahrung. Der früheste Bewerbungstermin ist der 3. Dezember 1999. Da das Studium nebenberuflich absolviert wird, ist eine Zustimmung des Arbeitgebers notwendig. Wer einen MBA im "Cross Continent Programm" erwerben möchte, muss tief in die Tasche greifen oder auf die Unterstützung seiner Firma setzen: Die Studiengebühr beträgt insgesamt 63 370 Euro (etwa 123 900 Mark), darin eingeschlossen sind ein Laptop samt Software sowie Verpflegung und Unterbringung während der Kurse in Frankfurt.

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