Zeitung Heute : Zweite Internetfete gut besucht

KLAUS ANGERMANN

Zur zweiten Internetfete luden neben den obligatorischen Netz-Events auch zahlreiche Locations in Berlin zum Verweilen ein.Nachdem die Fete das erste Mal im März diesen Jahres zeitgleich mit der CeBIT stattfand und auf eine große Resonanz stieß, nahmen auch diesmal zahlreiche Institutionen teil.So boten das Haus der Kulturen der Welt als einer der Schwerpunkte sowie die Literaturwerkstatt in Pankow oder auch ein Surf-Inn am Alexanderplatz Interessierten die Möglichkeit, sich durch die Verbindung von realen und virtuellen Angeboten näherzukommen.Zu Aktionen und Diskussionen zwischen Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft konnte zwischen dem Internet (zum Beispiel www.internetfete.de ) und verschiedenen Orten in Berlin ausgewählt werden.Dies sollte von einer einseitigen Benutzung des WWW ablenken und auch Neugierige anlocken, ohne sie durch allzu viel Technik abzuschrecken.Das anvisierte Ziel war dabei die Schaffung einer offenen Atmosphäre.

Einige interessante Projekte bot die Literaturwerkstatt an.Unter dem Titel "Literaturwerkstatt Berlin quergelesen" konnten unter www.literaturwerkstatt.org Hörbeispiele verschiedener Autoren im Netz angehört werden.Dazu wurden archivierte Autorenhörproben wie etwa von Heiner Müller oder Thomas Kling ins Netz gestellt.Außerdem beschäftigte sich die Kolloquienreihe "KulturSchock" unter Beteiligung von angesehenen Literaturwissenschaftlern und Politologen am Sonnabend mit dem Thema "Straßenkampf".Die Diskussion konnte sowohl im eigenen Haus als auch im Internet über RealAudio und Netz-Kamera verfolgt werden.

Im Surf-Inn in der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz konnte gechattet und gesurft werden.Zusätzlich schauten bekannte Musikgruppen oder DJs vorbei und gaben Autogramme.Meist waren die 22 zur Verfügung stehenden Terminals besonders von den jüngeren Berlinern besetzt.Das Haus der Kulturen der Welt beteiligte sich an der zweiten Internetfete mit Vorträgen, Workshops und Gelegenheiten zum freien Surfen.Außerdem präsentierten drei Berliner Schulklassen eine eigene Ausstellung im Internet.Insgesamt ging es weniger darum, das Internet und seine Möglichkeiten bekannter zu machen, als herauszufinden, worin das Potential des Internets für den internationalen Kulturdialog besteht.

Die Zwischenbilanz fällt positiv aus: "Die zweite Internetfete soll auch ein Zeichen für die nächste große Fete im März 1999 geben", betont der Initiator Philippe Royer.Diese Fete wird europaweit stattfinden und somit die Verständigung der Kulturen Stück für Stück mit Hilfe des Internets verbessern, so Royers Hoffnung.

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