Zeitung Heute : ZWEITER ERFOLG FÜR TEAM TELEKOM BEI DER TOUR DE FRANCE: Heppner gewinnt den Sprint der Ausreißer

LORIENT (sid).Triumph für Heppner, Zabel entthront: Mit einem grandiosen Schlußspurt hat Jens Heppner bei der 85.Tour de France auf der dritten Etappe den ersten Tagessieg für das Team Telekom perfekt gemacht.Geschmälert wurde der Bonner Erfolg durch den Verlust des Gelben Trikots von Erik Zabel.Am Nationalfeiertag der "Grande Nation" trumpfte Heppner im Spurt einer neunköpfigen Ausreißergruppe auf und setzte sich gegen den Franzosen Xavier Jan sowie George Hincapie (USA) und Bo Hamburger (Dänemark) durch.Dank seines Sieges auf zwei Sprintwertungen übernahm Hamburger das Gelbe Trikot mit zwei Sekunden Vorsprung vor Hincapie und drei vor Heppner.

"Ich mußte immer wieder an die Disqualifikation vom letzten Jahr denken.Aber dann bin ich einfach rangefahren", sagte der überglückliche Heppner im Ziel.Dagegen war für Zabel die "Traumfahrt" im Gelben Trikot vor einer Rekordkulisse nach nur einem Tag beendet.Der Sprintstar verpaßte die angepeilte Verteidigung mit 1:10 Minuten Rückstand im Hauptfeld.Vorjahressieger Jan Ullrich hielt an seiner Taktik fest und überließ die Tagesentscheidung auf der Flachetappe den Sprintern.Der Merdinger kam wieder im Hauptfeld an.

Für Heppner ging wie am Vortag für Zabel ein Traum in Erfüllung.Im Vorjahr auf der 19.Tour-Etappe in Dijon hatte der Mann aus Gera schon einmal an den Tagessieg geglaubt, war aber dann wegen eines Remplers disqualifiziert worden.Verschätzt hatten sich bei ihrer "Operation Gelb für Zabel" zunäch die Telekom-Stars, doch der Erfolg Heppner hob alle vorherigen Planungen auf.Die Ausreißergruppe hatten allerdings nicht nur die "Telekoms" unterschätzt.

Vor hunderttausenden Fans auf dem ersten Teilstück in Frankreich nach dem Auftakt in Irland hatten die "Flüchtlinge" schon bald nach dem Start in Roscoff in der Bretagne, der Heimat des viermaligen Tour-Siegers Bernard Hinault, die Initiative übernommen.Das Unternehmen glückte unerwartet, nach 169 Kilometern triumphierte Heppner in der Hafenstadt Lorient, obwohl er zunächst wegen Zabel versucht hatte, die Rivalen zu bremsen.Die Ausreißer hatten früh das Tempo vorgegeben.Erst rund 80 Kilometer vor dem Ziel holte das Hauptfeld auf, die Spitzengruppe mit Heppner zog daraufhin noch einmal das Tempo an und fuhr teilweise auf über sieben Minuten Vorsprung weg.

Im Peloton kämpften derweil die "Telekoms" 45 Kilometer vor dem Ziel ums Gelbe Trikot von Zabel.Die Bonner Crew versuchte immer wieder die bis dahin 60 Kilometer lange Solofahrt der "Flüchtlinge" zu beenden, kam aber mit Zabel an der Spitze nicht heran.Erst 35 Kilometer vor Lorient schmolz der Vorsprung wieder auf unter vier Minuten zusammen.Die drohende Gefahr im Nacken verlieh den Ausreißern auf den letzten 20 Kilometern noch einmal "Flügel".

Erfreuliche Kunde gibt vom 29jährigen Chris Boardman.Ihm droht nur ein kurzer Krankenhausaufenthalt.Der Träger des Gelben Trikots aus Liverpool hatte sich am Montag bei der zweiten Etappe der 85.Tour de France bei einem Sturz den linken Daumen gebrochen und eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen.Außerdem blutete er aus mehreren kleinen Wunden.Gut 50 km vor dem Ziel in Cork war er mitten im Feld fahrend ins Hinterrad seines Mannschaftskollegen Frederic Moncassin (Frankreich) gekommen.

Am Mittwoch steht für die Tour-Starter der längste Abschnitt der diesjährigen "Großen Schleife" auf dem Programm.Die vierte Etappe beginnt in Plouay, im Jahr 2000 Austragungsort der Straßenweltmeisterschaft in der Bretagne, und endet nach 252 Kilometern in Cholet.

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