Zeitung Heute : Zwiebelblumen machen Lust auf Frühling Am schönsten wirkt eine bunte Mischung

Helga Panten (dpa)
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Fotos: Promo/IZB und Reinhart Bünger

Je länger der Winter mit Eis und Schnee dauert, desto mehr wünschen sich viele den Frühling in die Wohnung. Er selbst tut uns diesen Gefallen nicht. Aber seine Boten Narzissen, Tulpen und Schneeglöckchen, blühen schon seit Jahresbeginn – vorausgesetzt, sie wurden vorgetrieben.

Hyazinthen sind die Klassiker unter den vorgetriebenen Zwiebelblumen und das schon seit dem 19. Jahrhundert. Damals ruhten ihre Zwiebeln meist auf speziellen Hyazinthengläsern. Sie halten die Hyazinthe dank einer Einbuchtung in sicherem Abstand über dem Wasser. Schön geschliffen und verziert, geben die Gläser den Blick frei auf die immer rascher wachsenden Wurzeln, während den Austrieb ein buntes, spitzes Hütchen verhüllt. So entwickelt sich das Grün zügig. Wirft es das Hütchen ab, dauert es meist nicht mehr lange, bis die Hyazinthe blüht.

Auch heute sind Nachbildungen dieser alten Gläser wieder beliebt. Aber meist ziehen doch die vorgetriebenen Zwiebeln doch im Zimmer ein. Besonders gefragt sind rosa Sorten wie die sehr frühe zartfarbene ’Fondant‘ oder die kräftigere ’Pink Pearl‘. Mit einigem Abstand folgen blaue Sorten wie ’Delft Blue‘ oder ’Atlantik‘ sowie die weißen wie ’Carnegie‘ oder ’L’Innocencè‘. Als zierliches Pendant der Hyazinthen gelten die Traubenhyazinthen (Muscari), deren Blütenstängel mit kleinen Perlen besetzt zu sein scheinen. Als Gruppe im Topf wirken sie besonders fröhlich. Es gibt zwar auch weiße Formen, aber die meisten Muscari blühen in schönem Blau, das sich gut mit Narzissen verträgt.

Als erste der Narzissen erfreute die frostempfindliche Narzissus triadrus ’Paperwhite‘ bereits zu Weihnachten mit schneeweißen, duftenden Blüten. In den ersten Wochen des neuen Jahres hat sie ihren Höhepunkt überschritten. Dafür rücken frühe Gartensorten nach. Sie wachsen zierlich und besitzen das richtige Topfformat. ’Tete a tete‘ mit zwei bis drei Blüten auf kurzem Stiel, ’Peeping Tom‘ mit langem Trompetchen, die Mini-Osterglocke ’February Gold‘ und ’Jetfire‘ mit orangenfarbener Trompete vor einer leicht zurückgeschlagenen Blütenkrone bestimmen das Bild.

Neben diesen starken Farbträgern lohnt sich auch ein Blick auf die kleinen Zwiebelblumen, die eher selten ins Zimmer einziehen. Schön wirkt zum Beispiel ein Topf mit Schneeglöckchen, die nicht nur ihr weiß-grünes Farbenspiel zeigen, sondern auch zarten Duft verströmen. Durften Schneeglöckchen-Zwiebeln sich im eigenen Garten ungestört vermehren, können sie dort sogar behutsam ausgegraben und eingetopft werden. Denn Schneeglöckchen nehmen das Verpflanzen im grünen Zustand erstaunlich wenig übel. Einfacher ist es, fertig getopfte Schneeglöckchen zu kaufen.

Auch Krokusse mischen sich natürlich unter die vorgetriebenen Zwiebeln. Meist sind es blaue, weiße und violette Sorten wie ’Rembrance‘, die violettweiß gestreifte ’Pickwick‘ oder ’Jeanne d’Arc‘, die in Weiß blüht. Gelbe Sorten sucht man meist vergeblich.

Besonderen Charme besitzt auch die kleine Zwergiris (Iris reticulata), die elegante Irisblütchen auf einem nur zehn bis 15 Zentimeter hohen Stiel trägt. Auch sie zeigt überwiegend Blau oder Violett in allen Schattierungen. Es gibt aber auch weiße Sorten wie ’Natascha‘ oder purpurne wie ’Purple Gem‘.

Ob Zwergiris oder Hyazinthe – knospige Pflanzen, die kurz vor dem Aufblühen stehen, versprechen die längste Freude. Natürlich sollen Pflanzen gesund, Blätter und Blütentriebe sauber sein. Zuhause angekommen bekommen sie einen möglichst kühlen, aber hellen Platz. Direkt über der Heizung oder am warmen, sonnigen Fenster vergeht ihre Pracht allzu rasch. Auch wenn die Zwiebeln alles Nötige für die Blüte in sich tragen, brauchen die Pflanzen Wasser. Sie müssen regelmäßig gegossen werden, dürfen aber nie nass stehen.

Damit die Zwiebel nicht faulen, wird das Gießwasser am besten in einen Untersatz gegeben, nicht aufgenommenes Wasser nach einer halben Stunde weggegossen. Schwere Blütenstängel – insbesondere von Hyazinthen – brauchen eine Stütze, damit sie nicht abknicken. Außerdem wird Verblühtes am besten regelmäßig abgeschnitten. Nachfolgenden Blüten haben es dann leichter, sich zu entwickeln.

Richtig gepflegt, können Zwiebelblumen auch im nächsten Jahr wieder blühen. Wer das möchte, sollte die Töpfe zum Ende der Blütezeit nicht nur gießen, sondern auch düngen. Denn solange die Blätter grün sind, müssen die Zwiebeln alle Kraft schöpfen, die sie für die nächste Blüte brauchen. Verblühtes einschließlich der Samenansätze wird abgeschnitten. Grüne Blütenstängel und Blätter sollten aber unbedingt an der Pflanze bleiben.

Sobald das Wetter es erlaubt, können die Töpfe dann nach draußen umziehen. Wer genug Platz im Garten hat, pflanzt sie aus. Sie können aber auch einfach auf dem Balkon stehen. Ist das Laub welk, wird es abgeschnitten.  Nun brauchen die Pflanzen bis zum Herbst keine weitere Pflege mehr. Helga Panten (dpa)

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