Zeitung Heute : Zwischen Hörsaal und Kinderzimmer

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Mehr als sieben Prozent der Studierenden in Deutschland erziehen ein oder mehrere Kinder. Doch Konflikte zwischen Familie und Studium zu lösen, ist Privatsache. Den Spagat zwischen Prüfungsstress und Kind schaffen nicht alle: Etwa zehn Prozent der Studienabbrecher geben der Doppelbelastung die Schuld für ihr Scheitern. Noch mehr studierende Eltern beklagen, dass die kurzen Studienzeiten für die so genannte Freischussregelung und den BaföGDarlehenserlass für sie nicht erreichbar seien.

Genau da setzt das Projekt „Familiengerechte Hochschule“ der Hertie-Stiftung an. Es macht familiäre Belange an der Uni zur Chefsache: Eine Projektgruppe aus studierenden Eltern formuliert Ziele und plant konkrete Schritte zur Umsetzung von beispielsweise Kinderbetreuung, elternfreundlichen Prüfungsregelungen und Veranstaltungen zur Vereinbarkeit von Familie und Studium. Die Hochschulleitung verpflichtet sich, diese umzusetzen – und wird von einem unabhängigen Audit-Rat überprüft.

Die Uni Trier wurde bereits als „Familiengerechte Hochschule“ ausgezeichnet, an der FU Berlin wird das Programm intern diskutiert. „Ob die FU mit der Uni Trier gleichzieht, wird sich im Sommer diesen Jahres klären,“ sagt FU-Frauenbeauftragte Mechthild Koreuber. Und Dieter Lenzen, Vizepräsident der FU, erklärt: „Wir können es uns als Hochschule gar nicht leisten, auf familiengerechte Arbeits-und Lernbedingungen zu verzichten.“ Immerhin: Die FU bietet ihren Mitarbeiterinnen an, einen Teil ihrer Arbeit von zu Hause zu erledigen. In der FU-Kita gibt es 140 Plätze für Kinder vom Krippen- bis zum Vorschulalter. Und FU-Vize Lenzen ist ganz stolz über „den Mentalitätswechsel in den zurückliegenden vier Jahren“. Die Frauenquote bei der Professorenberufung habe sich von acht auf 37, 5 Prozent erhöht. Spr

www.familiengerechte-hochschule.de

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