Zeitung Heute : Zwischen Moderne und Tradition Marokkos König reformiert sein Land

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Von Spanien aus gesehen liegt Marokko zum Greifen nahe, nur knapp 15 Kilometer trennen die iberische Halbinsel von Marokko – Europa von Afrika. Betrachtet man dazu die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla, dann haben Marokko und die Europäische Union eine direkte gemeinsame Grenze. Die hat gerade in den letzten Monaten wegen der afrikanischen Flüchtlinge Schlagzeilen gemacht. Aber diese gemeinsame Grenze mit Europa bedeutet noch mehr. Marokko ist ein Nachbar Europas, ein Nachbar, zu dem wir schon lange Beziehungen pflegten, auch wenn sie ein wenig in Vergessenheit geraten und wenig erforscht sind. Sicher ist, dass bereits 1506, also vor 500 Jahren, sich die Fugger und Welser in Safi, einer damals weltoffenen Stadt südlich von Casablanca niedergelassen hatten, um Handel zu treiben.

Das ist Grund genug für Marokko, im fünfzigsten Jahr seiner Unabhängigkeit von Frankreich auch des halben Jahrhunderts diplomatischer Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland zu gedenken. Es gibt eine intensive Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Alternativen Energien, an denen Marokko sehr interessiert ist. Deutsche sind mit am Neubau des Hafens von Tanger beteiligt.

Hinzu kommt, dass Marokko als arabisch-islamisches Land sich unter seinem neuen König einem radikalen Modernisierungsprozess unterzieht, der vor allem die Menschenrechte, die Rechte der Frauen und der Familien, den Ausbau der Infrastruktur sowie den Tourismus betrifft. Marokko, das als erstes Land der Welt 1777 die USA diplomatisch anerkannt hatte, sucht Anschluss an den Westen, ohne seine Tradition aufzugeben. Einige dieser Projekte sollen hier vorgestellt werden. R.B.

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