Der Tagesspiegel : Zeugen belasten Dennis’ Mutter Sozialamtsmitarbeiterin und Polizisten sagten aus

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Cottbus - Eine Mitarbeiterin des Cottbuser Sozialamts war die Erste und die Einzige, der auffiel, dass der kleine Dennis seit Jahren nicht gesehen worden war. Die 32-Jährige sagte gestern als Zeugin vor dem Cottbuser Landgericht aus, wo sich die 44-jährige Angelika B. und Ehemann Falk (38) wegen Totschlags Schutzbefohlener verantworten müssen.

Wie berichtet, wirft die Anklage ihnen vor, ihren Sohn Dennis so lange misshandelt und vernachlässigt zu haben, dass er 2001 im Alter von sechs Jahren an Auszehrung starb. Danach erzählte Angelika B., Dennis sei wegen einer Krankheit in der Berliner Charité. Erst im Juni 2004 wurde die gestern gehörte Sozialamtsmitarbeiterin stutzig: „Herr B. erzählte mir, dass er Dennis schon jahrelang nicht gesehen habe, weil er im Krankenhaus sei. Dass Eltern überhaupt keinen Kontakt zu ihrem kranken Kind haben, erschien mir unlogisch.“ Sie informierte das Jugendamt, das informierte die Polizei. Als die im Juni 2004 Angelika B. aufsuchte, erzählte die auch ihnen, dass Dennis im Krankenhaus sei. „Dann aber verstrickte sie sich immer mehr in Widersprüche“, sagte eine Beamtin: „Sie zitterte und war total nervös. Und dann sagte sie plötzlich, Dennis sei tot.“ Zunächst gab Angelika B. an, das Kind in den Müll geworfen zu haben. Erst Stunden später sagte sie, die Leiche des Jungen liege in der Tiefkühltruhe.

Auch die Sozialamtsmitarbeiterin war bei der Familie zu Hause gewesen. „Die B.s beantragten oft Warengutscheine, weil sie kein Geld für Essen mehr hatten. Um das zu überprüfen, habe ich auch in den Kühlschrank geschaut.“ Die mit einer Decke verhüllte und angeblich defekte Tiefkühltruhe, die gleich daneben steht, hatte sie dabei nicht bemerkt. das

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