ZEW-Konjunkturerwartung : Deutscher Aufschwung auf dem Abstiegsgleis

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung hat keine guten Nachrichten für die deutsche Wirtschaft: Das monatlich erstellte Stimmungsbarometer sank im Juli im Vergleich zum Vormonat um 9,9 Prozent.

MannheimDer hohe Ölpreis und die steigenden Zinsen bremsen nach Ansicht von Finanzexperten den Konjunkturaufschwung in Deutschland. Das Stimmungsbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sackte im Juli im Vergleich zum Vormonat überraschend deutlich um 9,9 Punkte ab und liegt nun bei 10,4 Punkten, wie das ZEW mitteilte. "Die Konjunkturerwartungen zeigen an, dass die deutsche Wirtschaft mit einer etwas nachlassenden Dynamik in das Jahr 2008 starten wird", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Nach dem zweiten Rückgang in Folge auf den tiefsten Stand seit März 2007 liegt der monatliche ZEW-Indikator weiterhin unter seinem historischen Mittelwert von 32,8 Punkten.

Abschwächung vor allem bei Konsum und Bauwirtschaft

Die 306 befragten Analysten und Anleger sehen vor allem beim inländischen Konsum und in der Bauwirtschaft Anzeichen einer Abschwächung. Als Gründe nannte das ZEW neben dem Aufwärtstrend beim Ölpreis und den steigenden Zinsen auch die Aussichten für die US- Konjunktur, die die Experten kritischer bewerteten. Zudem erschwere der teure Euro die Exportchancen deutscher Unternehmen.

Die Einschätzung der Finanzexperten zur aktuellen konjunkturellen Lage verschlechterte sich nur leicht. Der entsprechende Indikator ging um 0,5 Punkte auf 88,2 Punkte zurück.

Auch für die Eurozone trübten sich die Konjunkturerwartungen im Juli ein. Der Euro-Indikator sank im Vergleich zum Vormonat um 11,8 auf 7,2 Punkte. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum nahm im Juli um fünf Punkte auf 81 Punkte ab. (mit dpa)