Zukauf : Telekom übernimmt niederländischen Mobilfunkanbieter

Die Telekom baut ihre Mobilfunkaktivitäten in den Niederlanden deutlich aus. T-Mobile übernimmt den Konkurrenten Orange und erhöht die Kundenzahl in dem Land auf knapp fünf Millionen.

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Die Telekom baut ihr Niederlande-Geschäft aus und übernimmt Orange. -Foto: dpa

Bonn/ParisWie erwartet, übernimmt die Tochterfirma T-Mobile Netherlands den Konkurrenten Orange zum Preis von 1,3 Milliarden Euro, teilte die Deutsche Telekom mit. Ein entsprechender Vertrag sei mit der Muttergesellschaft France Télécom ausgehandelt worden. Damit erhöht sich die Kundenzahl von T-Mobile in dem Nachbarland um rund 2,1 Millionen auf 4,8 Millionen. Der Mobilfunkbetreiber steigt hinter KPN Mobile zum zweitgrößten Anbieter des Landes auf.

Vor einigen Wochen hatte die EU-Kommission der Übernahme bereits zugestimmt. Auch der Betriebsrat von Orange habe keine Einwände gegen den Zukauf durch den Konkurrenten, wie France Télécom in Paris mitteilte. Die Transaktion soll zum 1. Oktober 2007 abgeschlossen werden und erfolgt per Barzahlung. "Wir befinden uns bei der Umsetzung unserer Strategie ... auf einem guten Weg", erklärte Telekom-Chef René Obermann. Die Telekom stärke mit der Übernahme ihre Position in dem wettbewerbsintensiven holländischen Markt.

Kosteneinsparung von einer Milliarde erhofft

Nach Abschluss des Erwerbs werde die Zusammenführung beider Unternehmen mit Hochdruck vorangetrieben, hieß es. Die Telekom rechnet mit Kosteneinsparungen in einer Größenordnung von insgesamt einer Milliarde Euro, die Hälfte davon soll auf die ersten sechs Jahre entfallen. Die Synergien sollen hauptsächlich aus der Netzintegration und reduzierten Marketingaufwendungen stammen.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Bonner Konzern auf dem Mobilfunkmarkt in den USA einen Zukauf angekündigt. Für rund 1,1 Milliarden Euro wird die in den USA boomende T-Mobile den regionalen Anbieter Suncom Wireless übernehmen. In der Vergangenheit hatte Obermann mehrfach gesagt, dass die Telekom künftig auch Akquisitionen im Mobilfunk anstrebe. Dies werde in erster Linie nur in jenen Ländern geschehen, wo das Unternehmen bereits tätig ist, um Kosteneinsparungen realisieren zu können. (mit dpa)