Zweite Liga : Neuville schießt Gladbach an die Spitze

Mönchengladbach besiegt Jena mit viel Mühe und holt die Thüringer nach dem DFB-Pokal-Erfolg gegen Nürnberg auf den Boden der Tatsachen zurück.

Neuville
Held des Abends: Oliver Neuville erzielt beide Tore für Gladbach. -Foto: dpa

MönchengladbachDie Pokalhelden aus Jena sind wieder im harten Alltag der Zweiten Bundesliga angekommen. Der FC Carl Zeiss unterlag gegen den neuen Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach trotz einer starken Vorstellung mit 1:2 (1:1) und bleibt Tabellenvorletzter. Vor 28.700 Zuschauern sicherte Torjäger Oliver Neuville mit seinen beiden Treffern in der 9. und 80. Minute den schwer erkämpften Heimsieg des Bundesliga-Absteigers. Für die keinesfalls enttäuschenden Jenaer sorgte Sandor Torghelle (34.) für den zwischenzeitlichen Ausgleich.

Am Ende mussten die Thüringer bereits ihre achte Niederlage hinnehmen und liegen nun schon acht Punkte hinter einem Nichtabstiegsplatz zurück. "Wir haben wieder gut gespielt, aber fahren ohne Punkte nach Hause. Das ist traurig", sagte Trainer Valdas Ivanauskas. "Das ist immer wieder das Gleiche. Wir spielen gut mit, machen dann aber zwei, drei Fehler und verlieren", meinte Spielmacher Jan Simak.

Muntere Gäste

Jena schockte die erfolgsverwöhnten Gladbacher schon zu Beginn. Statt wie erwartet einen Defensivriegel aufzubauen und nur auf Konter zu lauern, spielten die Gäste munter mit. Dabei setzte Ivanauskas bis auf eine Veränderung in der Abwehrkette auf seine Pokalhelden, die Cupverteidiger 1. FC Nürnberg im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb geworfen hatten. Doch wie vor fünf Tagen im Duell gegen die Franken geriet Carl Zeiss auch diesmal bereits bei der ersten brenzligen Situation in Rückstand. Der erst 18-jährige Marko Marin passte zu Routinier Neuville, der den Ball in der Luft annahm, sich drehte und volley zur frühen Frühung für Mönchengladbach traf.

Doch selbst durch den sechsten Gegentreffer in der Anfangsviertelstunde ließ sich Jena nicht von seine Linie abbringen. Die Borussia war zwar die erwartet ballsicherere Mannschaft, die Akzente in einer abwechslungsreichen Partie setzten jedoch die Thüringer. Vor allem Simak zeigte eine engagierte Leistung und war an allen gefährlichen Angriffen beteiligt. Allerdings fehlte bei den vielen Schüssen des Tschechen noch die Genauigkeit. Besser machte es dann Michael Stegmayer, dessen präzise Flanke von Torghelle zum verdienten Ausgleich eingeköpft wurde.

Nach dem Seitenwechsel übernahm wieder Jena die Initiative. Aber mit Simaks Freistoß (55.), den Gladbachs Schlussmann Christopher Heimeroth gerade noch über die Querlatte lenken konnte, endete zunächst diese Drangperiode. Dagegen erhöhte die Borussia den Druck. Der Tabellenvorletzte konnte sich für zehn Minuten kaum noch aus der eigenen Hälfte befreien und wusste sich oftmals nur noch mit Fouls zu helfen. Doch weder Neuvilles Schuss aus Nahdistanz (58.) noch der Patzer von Jenas Torwart Daniel Kraus bescherte den Gladbachern ein Tor. Stattdessen wuchs das Selbstvertrauen der nun deutlich defensiver ausgerichteten Thüringer. Mit viel Einsatz verteidigten sie das Remis, ehe wiederum Neuville zehn Minuten vor dem Ende mit seinem siebenten Saisontor alle Jenaer Hoffnungen zunichte machte. (mit dpa)