Zweite Liga : Wolf wird nicht Trainer in Offenbach

Nach der Absage von Wunschkandidat Wolfgang Wolf beginnt die Trainersuche beim Fußball-Zweitligisten Kickers Offenbach wieder bei Null. Die finanziellen Vorstellungen des 50-Jährigen waren mit dem Angebot der Hessen nicht in Einklang zu bringen.

Frankfurt/MainIn einem Telefonat mit den Vereinsmanagern Michael Dämgen und Jörg Hambückers teilte Wolf seine Entscheidung mit. "Ich wäre zu Abstrichen bereit gewesen, aber zu viel geht auch nicht. Wir sind uns über das finanzielle Gesamtpaket nicht einig geworden", erklärte Wolf. Im April war der Trainer beim Liga-Rivalen 1. FC Kaiserslautern beurlaubt worden. Er steht in der Pfalz noch bis zum 30. Juni 2008 auf der Gehaltsliste.

Die Kickers, die laut Präsident Dieter Müller keinen Plan B in der Schublade hatten, wollen nun aufs Neue nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Wolfgang Frank suchen. "Es wird keinen Schnellschuss geben", sagte Müller. Kandidaten gibt es zur Genüge, einen Favoriten derzeit aber nicht. "Wir hatten schon am Mittwoch eine Liste mit vier, fünf Trainernamen erstellt. Jetzt sind unsere Vereinsmanager gefordert, die Liste abzuarbeiten. Es gibt genug gute Trainer, die unsere Ansprüche erfüllen", sagte Vizepräsident Thomas Kalt in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

"Was einige Trainer an Gehalt aufrufen, ist utopisch"

Offenbar sind die Hessen aber nicht in der Lage, die finanziellen Ansprüche der Trainer zu erfüllen. Vor Wolf hatte bereits Peter Neururer dem Traditionsverein wegen der weit auseinanderliegenden wirtschaftlichen Vorstellungen abgesagt. Laut Informationen der "Bild am Sonntag" wollte Wolf seinen früheren Assistenztrainer Wolfgang Funkel aus Kaiserslautern nach Offenbach mitbringen. Dies hätte den Verein rund 400.000 Euro gekostet. "Was einige Trainer an Gehalt aufrufen, ist utopisch", stellte OFC-Chef Müller fest.

Der nach sechs Spielen ohne Sieg auf Platz 14 abgerutschte Zweitligist gerät unter Zeitdruck, denn schon in fünf Tagen steht das Hessen-Derby gegen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden an. U 23-Trainer Ramon Berndroth, der die Mannschaft am vergangenen Freitag beim 1:2 gegen die SpVgg Greuther Fürth interimsmäßig betreute, soll wieder ins zweite Glied zurückkehren. "Es wäre das falsche Signal an die Nachwuchsabteilung, wenn wir ihr den extrem erfolgreichen Chefcoach der U 23 wieder entzögen. Und ich glaube, dass wir in der aktuellen Situation einen Trainer benötigen, der zeitnah in der Vergangenheit in der zweiten Liga aktiv war", sagte Kalt. (mit dpa)