Der Tagesspiegel : Zweiter Storch mit Vogelgrippe

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Letschin/Rühstädt - Ein weiterer verendeter Storch in Märkisch-Oderland wird auf das Vogelgrippe-Virus H5N1 getestet. Das männliche Tier sei am Donnerstag in Letschin fast an der gleichen Stelle gefunden worden wie am Mittwoch der erste mit dem Virus infizierte Storch, sagte Amtstierarzt Martin Fritzsch. Die beiden Tiere seien Partner gewesen.

Gelassen reagieren die Experten des Niederlausitzer Weißstorch-Informationszentrums auf die Funde. Es handele sich um Einzelfälle, sagte Projektleiter Winfried Böhmer. Nun gelte es, Überreaktionen der Bevölkerung in Orten zu vermeiden, wo Störche leben. Böhmer betonte, die Vögel stünden auf der Liste der bedrohten Arten und genössen besonderen Schutz. Sie dürften nicht von ihren Horsten vertrieben werden. Ohne eine Genehmigung des Landesumweltamtes dürfe auch kein Horst abgebaut werden.

Detlef Mühler vom Storchenclub im Storchendorf Rühstädt sagte, grundsätzlich gebe es kaum Möglichkeiten, die derzeit etwa 50 Störche in Rühstädt zu schützen. Er gehe dennoch davon aus, dass auch in diesem Sommer Besucher nach Rühstädt kommen. Für sie bestehe keine Gefahr. Er selbst hat auch keine Angst: „Ich schlafe nicht Arm in Arm mit einem Storch.“

Berlin ist ab Freitag kein Beobachtungsgebiet wegen der Vogelgrippe mehr. Es seien im Stadtgebiet keine weiteren infizierten Vögel gefunden worden, sagte eine Sprecherin der Gesundheitsverwaltung. Das Beobachtungsgebiet war Ende März nach dem Fund eines infizierten toten Mäusebussards eingerichtet worden. Mit der Anordnung des Beobachtungsgebiets waren Beschränkungen für Geflügelhalter verbunden. ddp

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