Zweiter Weltkrieg : Kriegsverbrecher Barth gestorben

Der frühere Obersturmführer der Waffen-SS Heinz Barth ist tot. Er war im Juni 1944 in Frankreich an einem Massaker mit 642 Toten beteiligt.

GranseeDer Kriegsverbrecher Heinz Barth, der in Frankreich an einem der schlimmsten Massaker des Zweiten Weltkriegs beteiligt war, ist tot. Der frühere Obersturmführer der Waffen-SS sei am 6. August im Alter von 86 Jahren gestorben, bestätigte der Pfarrer von Gransee (Brandenburg), Heinz-Dieter Schmidtke, in einem Bericht der "Gransee-Zeitung". Im Juni 1944 war Barth im französischen Dorf Oradour-sur-Glane an einem Massaker mit 642 Todesopfern beteiligt. Dafür wurde er 1983 von einem DDR-Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt. 1997 kam er auf freien Fuß.

Kurz nach dem Massaker war Barth schwer verwundet worden. Er verlor ein Bein, eine Schulter blieb steif. Dafür erhielt er nach dem Fall der Mauer als Kriegsversehrter von 1991 bis 1998 eine Zusatzrente, was für Empörung sorgte. In der DDR hatte er lange unter falschem Namen gelebt. Erst nach Jahrzehnten flog seine Tarnung auf.

In Oradour-sur-Glane nahe Limoges hatte die Zweite SS-Panzerdivision "Das Reich" die Männer des Dorfes erschossen. Frauen und Kinder wurden in eine Kirche getrieben, die die SS-Leute in Brand steckten. Oradour wurde zum Symbol für deutsche Kriegsverbrechen in Frankreich. (mit dpa)