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Wie kann ich eine Ehe beenden? : Kosten, Trennungsjahr, Anwaltszwang: So funktioniert eine Scheidung

Eine Scheidung ist ein sehr emotionales, aber auch rechtlich gesehen nicht ganz einfaches Thema. Es gibt viele Dinge zu klären, gerade finanzieller und rechtlicher Natur. In diesem Artikel geben wir Ihnen einen ersten Rundumblick zu den wichtigsten Aspekten wie Trennungsjahr, Anwaltszwang und Verfahrenskosten.

Foto: stock.adobe.com

Was bedeutet eine Scheidung für mich?

Die Ehe ist als Lebensgemeinschaft für den Rest des Lebens gedacht und besonders geschützt. Nur unter bestimmten Voraussetzungen kann sie vor dem Tod beendet werden. Einerseits durch die Aufhebung, weil sie zum Beispiel wegen Minderjährigkeit, Zwang oder Drogeneinfluss gar nicht wirksam geschlossen wurde und andererseits durch die Scheidung.

Sie führt zur Annullierung der Ehe und hat auch weitere Konsequenzen.

Es muss geklärt werden, wer welche Vermögenswerte bekommt, wie das Vermögen ausgeglichen werden muss, bei wem die gemeinsamen Kinder leben und wer das Sorgerecht bekommt. Dabei fallen Begriffe wie Versorgungsausgleich, Ehegattenunterhalt und Zugewinnausgleich.

Wir wollen Ihnen hier einen Einblick in das komplexe und emotionale Thema Scheidung geben.

Wann kann ich mich scheiden lassen?

Bevor die Ehepartner die Scheidung beantragen können, muss das sogenannte Trennungsjahr abgelaufen sein. Ihnen soll damit die Gelegenheit gegeben werden, wieder zueinander zu finden.

Während des Jahres müssen die Ehegatten voneinander getrennt leben. Das heißt nicht unbedingt, dass einer der beiden ausziehen muss, aber es muss zumindest eine räumliche Trennung gegeben sein.

Nach Ablauf des Trennungsjahres vermutet das deutsche Gesetz das Scheitern der Ehe und der Antrag auf Scheidung beim Familiengericht ist möglich. Dieser ist zwingend notwendig, da die Scheidung nur durch eine gerichtliche Entscheidung herbeigeführt werden kann.

In besonderen Härtefällen kann eine Scheidung jedoch auch schon früher erfolgen. Ein Grund dafür kann zum Beispiel die Misshandlung des Ehepartners sein.

Warum brauche ich einen Anwalt?

Den Antrag auf Scheidung kann in Deutschland nur ein Anwalt stellen, da dort der sogenannte “Anwaltszwang” gilt. Das bedeutet, dass ein Anwalt zwingend erforderlich ist. Er soll bei der gesetzlich geschützten Ehe und Familie eine umfassende Beratung geben und helfen, mit der Situation umzugehen und alle Fragen zu klären.

Was kostet mich eine Scheidung?

Bei jeder Scheidung entstehen Kosten. Diese setzen sich zusammen aus den Gerichts- und Anwaltskosten. Sie sind gesetzlich festgelegt und werden anhand des Verfahrenswertes bestimmt.

Der Verfahrenswert richtet sich nach dem gemeinsamen Einkommen der Ehepartner und dem Umfang der weiteren zu klärenden Dinge wie Unterhalt, Sorgerecht und den Vermögensangelegenheiten.

 

 Warum lohnt sich eine einvernehmliche Scheidung?

Eine einvernehmliche Scheidung zeichnet sich dadurch aus, dass beide Ehepartner mit der Scheidung einverstanden sind. Der Vorteil besteht darin, dass keine Streitigkeiten und Rosenkriege vor Gericht geführt werden und zugleich der Verfahrenswert und die Anwaltskosten minimiert werden.

So ist der Verfahrenswert geringer, da weniger Angelegenheiten vor Gericht entschieden werden müssen. Die Anwaltskosten lassen sich dadurch senken, dass sich die Ehepartner darauf beschränken, nur einen Anwalt zu beauftragen - was rechtlich gesehen möglich ist und zur Halbierung der Anwaltskosten führt.

Wie genau kann ich die Verfahrenskosten minimieren?

Je weniger Aufwand das Gericht hat, desto billiger wird die Scheidung.

Im Vorfeld kann eine sogenannte Scheidungsfolgenvereinbarung getroffen werden. Das ist ein Vertrag zwischen den Ehegatten, in dem die Folgefragen der Scheidung geregelt werden. Die Regelungen sollten gemeinsam mit einem Anwalt ausgearbeitet werden. Dieser weiß, was genau geklärt werden muss und wie man dies formuliert. Außerdem vermittelt er zwischen den Ehegatten zum Finden einer einvernehmlichen Lösung.

Die Scheidungsfolgenvereinbarung kann beispielsweise Regelungen enthalten zu: Ehegattenunterhalt, Kindesunterhalt, Sorgerecht, Wohnrechten und sonstigen Ausgleichsforderungen.

Bei bestimmten Regelungsinhalten wie zu Beispiel dem Versorgungsausgleich, dem Zugewinnausgleich oder Immobilien bedarf der Vertrag der Beurkundung durch einen Notar.

Welche Scheidungsfolgen sind zu klären?

Es muss festgestellt werden, mit welchem Vermögen und welchen Rechten die Ehepartner aus der Ehe gehen.

Dazu gehört, wer unter Umständen in der gemeinsamen Wohnung oder dem Haus bleiben kann, wo die gemeinsamen Kinder leben und wer das Sorgerecht hat, wie der Hausrat aufgeteilt wird und ob Unterhalt zu zahlen ist. Dieser wird gegenüber den Kindern von dem Ehepartner fällig, bei dem sie nicht leben. Berechnungsgrundlage ist die sogenannte Düsseldorfer Tabelle, die je nach Einkommen den Mindestunterhalt, aber auch einen Selbstbehalt des Ehegatten festlegt. Der Fachbegriff hierfür heißt Kindesunterhalt.

 

Außerdem ist es möglich, dass der Ehegatte selbst Unterhalt verlangen kann, weil er statt arbeiten zu gehen, wegen der Kinder zu Hause geblieben ist. Für das fehlende Einkommen gibt es den Ehegattenunterhalt und für die niedrigeren Rentenanwartschaften den Versorgungsausgleich in Geld vom Ex-Partner.

Des Weiteren kann der sogenannte Zugewinnausgleich beantragt werden. Dadurch sollen die Ehegatten finanziell gleichgestellt werden. Zugewinnausgleich bedeutet, dass berechnet wird, wie viel jeder Ehepartner während der Ehe an Vermögen hinzugewonnen hat und das Endvermögen aneinander angeglichen wird.

 Was heißt das alles jetzt für mich?

Die Scheidung ist ein sehr emotionales, aber auch rechtlich gesehen nicht ganz einfaches Thema. Es gibt viele Dinge zu klären, gerade finanzieller und rechtlicher Art.

Ein Zusammenwirken der Ehegatten verkürzt, vereinfacht und vergünstigt das Scheidungsverfahren. Nichtsdestotrotz brauchen Ehegatten mindestens einen Anwalt, der sie durch das Verfahren führt und bei allen relevanten Angelegenheiten unterstützt.

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