Airline "Germania" : Hoffnungsschimmer für Berliner Fluggesellschaft

Die finanziell angeschlagene Airline erhält frisches Kapital. Zuletzt soll sogar der Verkauf der Gesellschaft erwogen worden sein.

Finanzspritze für "Germania". Hier hebt ein Germania Airbus A319 gerade ab.
Finanzspritze für "Germania". Hier hebt ein Germania Airbus A319 gerade ab.Foto: dpa, Christoph Schmidt

Die klamme Berliner Fluggesellschaft Germania sieht sich finanziell wieder auf einem besseren Weg. „Hinsichtlich unserer Finanzierungsbemühungen haben wir heute eine wichtige Zusage erhalten“, sagte Geschäftsführer Karsten Balke am Samstag laut einer Mitteilung. „Insgesamt geht die Unterstützung damit über den angestrebten Betrag von 15 Millionen Euro deutlich hinaus.“ Eine genaue Summe nannte das Unternehmen jedoch nicht.

Schon in der kommenden Woche werde das Geld auf den Firmenkonten landen. Damit habe sich Germania „die mittel- und langfristige Perspektive“ als unabhängige Fluggesellschaft gesichert.

Die Buchungslage sei gut, heißt es

In der vergangenen Woche hatte Germania finanzielle Schwierigkeiten einräumen müssen. Dem Luftfahrt-Portal „aerotelegraph.com“ zufolge soll sogar ein Verkauf der Gesellschaft erwogen worden sein.

Das Unternehmen gibt sich nun aber zuversichtlich. Die Buchungslage sei gut, Vorausbuchungszahlen für die kommenden Monate und den gesamten Sommerflugplan 2019 lägen über dem Vorjahreswert, hieß es.

Germania ist eine Berliner Fluggesellschaft mit einer über 30-jährigen Geschichte. Die betreibt nach eigenen Angaben 37 Mittelstrecken-Jets und ist neben Linienflügen auch für viele Reiseveranstalter unterwegs. Jährlich fliegen demnach mehr als vier Millionen Passagiere mit Germania.

Der stark gestiegene Kerosinpreis belastete das Budget

Dass Geld bei der Airline knapp wurde, begründete das Management mit den stark gestiegenen Kerosinpreisen im vergangenen Sommer sowie mit der Abwertung des Euro zum US-Dollar. Zudem habe es „erhebliche Verzögerungen“ bei der Aufnahme neuer Flugzeuge in die Flotte gegeben. Zusätzlich habe man außergewöhnlich viele technische Serviceleistungen bei den Flugzeugen in Anspruch nehmen müssen. Die Folge seien „große Belastungen“ gewesen.

Den Problemen von Germania gingen in Europa zuletzt eine ganze Reihe von Airline-Pleiten voraus. Mit Air Berlin musste 2017 eine große Berliner Fluggesellschaft Insolvenz anmelden. dpa

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