Berlin : 1,5 Liter Wein pro Gast

Im Hotel Palace fand eine „Big Bottle Party“ statt

-

Die ganz große Weinflasche ist ein Mythos. Nicht unbedingt, weil man sich damit noch besser der Trunksucht hingeben kann, sondern weil ihr der Hauch des Seltenen, Unwiederbringlichen anhängt, weil die Weine in ihr langsamer reifen und – tatsächlich – oft besser schmecken. Veranstaltet das Hotel Palace eine „Big Bottle Party“, dann darf angesichts der Weinkompetenz des Hauses das Wort „Big“ sehr groß geschrieben und dreifach unterstrichen werden. Chefsommelier Gunnar Tietz hatte zusammen mit seinem Hamburger Kollegen Hendrik Thoma einen beträchtlichen Teil der Weltelite des Weins zusammengetrieben; was da zum Teil aus Sechs-Liter-Flaschen ausgeschenkt wurde, hätte auch ohne diesen augenfälligen Effekt das Beiwort „spektakulär“ verdient. Anderthalb Liter pro Gast standen bereit . . .

Johannes Leitz, Hansjörg Rebholz, Joachim Heger und andere deutsche Kollegen, viele Österreicher wie beispielsweise Fritz Wieninger aus Wien, dazu einige Weinlegenden, die sonst auch in bescheidenen Normalflaschen kaum zu bekommen sind: Bacio Divino und Ridge aus Kalifornien, Sassicaia und Tenuta San Leonardo aus Italien. Gunnar Tietz widersprach entschieden dem Eindruck, die Winzer müssten zur Teilnahme an solchen Veranstaltungen genötigt werden: „Sie haben uns die Bude eingerannt“, sagte er – und hat folglich die nächste Veranstaltung für März 2008 schon fest gebucht. Einer, der sonst immer den meisten Stress mit den begleitenden Küchenpartys hat, gab sich diesmal gelassen: Küchenchef Matthias Buchholz hatte Ehefrau Britta Elm und Tochter Magdalena mitgebracht und überließ die Küche weitgehend seinen eigens angereisten Kollegen Thomas Martin, Paul Urchs und Günter Kroack, die die Versorgung der etwa 200 Gäste übernahmen.

In der Familie blieb auch die anschließende Auktion: Britta Elm, bekannte RBB-Moderatorin, übernahm die Versteigerung einschlägiger Gewinne zugunsten der „Internationalen Musikakademie zur Förderung musikalisch Hochbegabter“, mit der das Hotel schon längere Zeit kooperiert. Zwei gigantische Weinflaschen mit den Unterschriften aller beteiligten Winzer, verschiedene Reisen, dazu ausgesprochene Raritäten wie eine Informationstour durch Österreich mit Tietz und dessen Adlon-Kollegen Gerhard Retter – die Veranstaltung, die am Sonntagmittag um 12 Uhr begonnen hatte, machte am Nachmittag nicht den Eindruck, als würde sie tatsächlich wie geplant um 18 Uhr enden. bm

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben